Emotionaler Moment bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Kurz vor dem Anpfiff des Spiels zwischen Portugal und DR Kongo (1:1) hat das Stadion dem verstorbenen Nationalspieler Diogo Jota gedacht. Während der Nationalhymne Portugals wurde ein in schwarz-weiß gehaltenes Foto des 49-fachen Nationalspielers auf der Stadionleinwand eingeblendet.
Die Eltern des mit 28 Jahren Verstorbenen waren live vor Ort im Stadion. Die Kameras fingen sie ein, als die Fans und das portugiesische Team ihrem Sohn gedachten. Isabel und Joaquim Jota waren sichtlich emotional, hatten Tränen in den Augen und wurden freundlich von Anwesenden umarmt.
Symbolisch spielt Jota bei dieser WM noch ein bisschen mit, denn die Spieler tragen spezielle Armbänder, um ihrem ehemaligen Teamkollegen Tribut zu zollen. Mittelfeldspieler Vitinha hatte erklärt, dass in den Armbändern die Namen sämtlicher Kadermitglieder stehen, "genau wie eine besondere Erwähnung von Diogo Jota."
Die Armbänder seien ein Geschenk des portugiesischen Premierministers Luis Montenegro gewesen, der das Team im Vorfeld getroffen hatte, führte Vitinha aus. "Er hat sichergestellt, dass wir sie auf dem Feld tragen dürfen", sagte der Profi von Paris St. Germain. "Er hat es uns überlassen, ob wir sie tragen möchten", ergänzte der 26-Jährige, "wir haben uns sehr darüber gefreut und entschieden, sie gemeinsam zu tragen."
"Diogo ist unser Licht"
"Diogo ist unser Licht", sagte Nationaltrainer Roberto Martínez bei "The Athletic" vor dem Abflug in die USA. "Er wollte die Weltmeisterschaft gewinnen. Und das ist nun gewissermaßen zu einer Verpflichtung und zu einem Vorbild für uns geworden. Denn Diogo war das pure Beispiel dafür, an alles zu glauben, was möglich sein könnte. Wir müssen uns bis zum Schluss von ihm inspirieren lassen. Er gehört zu uns!".
Der zuletzt für den FC Liverpool spielende Jota war erst 28 Jahre alt, als er am 3. Juli 2025 zusammen mit seinem jüngeren Bruder bei einem Autounfall ums Leben kam. Bis auf ihren Superstar Cristiano Ronaldo kam die gesamte Nationalmannschaft zu der Beerdigung. Der Mittelfeldspieler Rúben Neves trug Jotas Sarg.
An Jotas erstem Todestag steht das mögliche erste K.-o.-Spiel der Portugiesen an. Nach dem missglückten Auftakt gegen DR Kongo sind die weiteren Gegner in der Gruppe K Usbekistan und Kolumbien.
Witwe schreibt bewegenden Brief
Rute Cardoso, die Witwe Jotas, hatte vor der Weltmeisterschaft zudem einen emotionalen Brief an Jotas ehemaligen Teamkollegen Andy Robertson geschrieben. "Diogo wird bei dir sein - in deinen Gedanken, deinen Schritten, deinem Herzen", hieß es in ihrem Brief an den Kapitän der schottischen Nationalmannschaft, der Teil der FIFA-Reihe "Letters That Unite" ist.
Jota und Robertson waren eng befreundet, nach der geglückten WM-Qualifikation im vergangenen November war der Verteidiger von Emotionen übermannt worden. Er habe seinen Kumpel "den ganzen Tag nicht aus dem Kopf bekommen", erklärte der 32-Jährige, Diogo und er hätten "so viel über diese Weltmeisterschaft gesprochen."
"Als ich deine Worte gehört habe", schrieb Cardoso, sei ihr bewusst geworden, "dass Diogo den Platz nie wirklich verlassen hat", Robertson nehme den gemeinsamen Traum mit auf das Spielfeld. Die Worte werden ihm "noch sehr lange im Gedächtnis bleiben", erklärte Robertson, der den Brief in einem Video vorliest: "Und ja, ich spiele nicht nur für mich - ich spiele für uns beide." Schottlandist mit einem 1:0-Sieg gegen Haiti ins Turnier gestartet, es war der erste WM-Auftritt der "Bravehearts" seit 1998.




