Sonntagsspiel verschoben?

Aktuelle Partie im Visier

06.12.2009 | 20:22 Uhr
Die am Sonntagnachmittag ausgetragene Zweitligapartie zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München (0:1) steht im Verdacht, manipuliert worden zu sein. Sicher ist, dass diese Begegnung durch ein Eigentor entschieden wurde.
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In der Partie zwischen Rot-Weiß Oberhausen und TSV 1860 München spielte auch der Manipulationsverdacht mit. (Foto: dpa)

Vor dem Match zwischen RWO und 1860 hat es anscheinend verdächtige Wettbewegungen gegeben. "Der vierte Schiedsrichter kam vor dem Spiel in unsere Kabine und erwähnte, dass das Spiel unter Manipulationsverdacht stehe", bestätigte Oberhausens Pressesprecher Daniel Mucha eine entsprechende ARD-Meldung.

1860-Pressesprecher Robert Hettich sagte: "20 Minuten vor dem Spiel hat uns der frühere Bundesliga-Schiedrichter Hellmut Krug darüber informiert, dass das Frühwarnsystem Betradar auffällige Werte gemeldet habe und deshalb das Spiel unter besonderer Beobachtung stehe." Hettich berichtete weiter, dass FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne auf der Tribüne als Beobachter eingesetzt worden war und natürlich auch die Leistung von Referee Christian Fischer aus Hemer genau unter die Lupe genommen habe.

Eigentor "einfach Pech"

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Eigentorschütze Marinko Miletic nach seinem Fauxpas. (Foto: dpa)

Nach Angaben von Mucha sei RWO bislang nicht mehr bekannt, auch "der Schiedsrichter wusste von offizieller Seite ebenfalls noch nichts". Das Spiel wurde durch ein Eigentor entschieden. In der 63. Minute verlängerte RWO-Abwehrspieler Marinko Miletic einen Freistoß von Alexander Ludwig ins eigene Tor. Dazu sagte Hellmich jedoch: "Da waren keine Auffälligkeiten zu beobachten, das war einfach Pech." Auch ansonsten sei es ein "ganz normales Spiel mit Chancen auf beiden Seiten" gewesen.

Bereits zuvor hatte die Ermittlungsakte "Flankengott" immer brisantere Details über die Machenschaften der Wettmafia zutage gebracht. Neben schwerwiegenden Anschuldigungen gegen die gesamte Mannschaft des Bremer Regionalligisten FC Oberneuland könnte ebenfalls die Bundesliga betroffen sein.

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Einem "Spiegel"-Bericht zufolge soll einer der Hauptbeschuldigten im Ermittlungsverfahren der Bochumer Staatsanwaltschaft gegen eine Bande mutmaßlicher Wettbetrüger bis kurz vor seiner Verhaftung am 19. November eine enge Verbindung zu einem Profi aus Osteuropa gehabt haben, der jahrelang in der Bundesliga spielte. Zudem zog der DFB am Freitag einen Schiedsrichterassistenten von einer Drittligapartie ab, weil dieser in den Bochumer Ermittlungsakten namentlich genannt werde.

Ganze Mannschaft korrupt?

Wurde bislang nur über mutmaßliche Manipulationen von einzelnen Spielern berichtet, könnte nun eine gesamte Mannschaft in die Machenschaften verstrickt sein. Es handelt sich um den Bremer Regionalliga-Verein Oberneuland. Dessen gesamte Mannschaft soll vor dem Spiel gegen FC St. Pauli II (0:2) am 19. September Wetten auf den Gegner platziert haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf die Akten der Bochumer Staatsanwaltschaft.

Karen Micheli, die Geschäftsführerin des FC Oberneuland, zeigte sich von den Ermittlungen wenig überrascht. Sie habe während des Spiels einen anonymen Anruf erhalten, dass die Partie verschoben sei, sagte sie dem "Spiegel". Zwei Tage später meldete sie den Verdacht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dort hatte das Frühwarnsystem der Wettüberwacher keine Auffälligkeiten registriert. Daraufhin ließ sie jeden Spieler eine strafbewehrte eidesstattliche Versicherung unterschreiben, nicht auf diese Partie gewettet zu haben.

Verwendete Quellen: cwo/sid