Dienstag, 17. August 2010
"F*** dich" und die Folgen: Anelka 18 Länderspiele gesperrt
Die Disziplinarkommission der französischen Fußballverbandes hat getagt und das blamable Auftreten der "Equipe Tricolore" bei der Weltmeisterschaft in Südafrika aufgearbeitet: Mit Strafen für die größten Rüpel im französischen Team.
Die Nationalmannschaftskarriere von Nicolas Anelka dürfte beendet sein.
(Foto: picture alliance / dpa)
Der französische Fußball-Verband (FFF) hat einige Nationalspieler für Verfehlungen bei der katastrophalen WM-Endrunde in Südafrika mit drastischen Strafen belegt. Die Disziplinar-Kommission verhängte gegen Stürmer Nicolas Anelka vom FC Chelsea nach einer Anhörung in Paris, bei der Anelka durch seinen Anwalt vertreten wurde, eine Länderspiel-Sperre von 18 Spielen. Damit könnte Anelka frühestens 2012 wieder für Frankreich auflaufen.
Patrice Evra von Manchester United, bei der WM Frankreichs Kapitän, wurde für fünf Begegnungen der gesperrt. Mittelfeldspieler Franck Ribery vom FC Bayern für drei und Jeremy Toulalan von Olympique Lyon für ein Spiel. Franck Ribery war vom Verband zu der Anhörung eingeladen worden. Die Bayern verboten dem Star jedoch, nach Paris zu reisen.
Anelka war der Auslöser für beispiellose Vorfälle während der WM. Der Stürmerstar hatte sich im Gruppenspiel der Franzosen gegen Mexiko (0:2) in der Halbzeit einen lautstarken Disput mit Nationaltrainer Raymond Domenec geliefert und war dabei auch ausfallend geworden. Daraufhin wurde er nach Hause geschickt. Vor dem letzten Spiel gegen Südafrika dann bestreikte die Mannschaft deshalb das Training unter dem ungeliebten Coach Raymond Domenech.
Sportlich lief die WM für Frankreich ebenfalls desolat: Der Weltmeister von 1998 schied nach der Vorrunde ohne Sieg aus. Im ersten Saisonländerspiel in Norwegen (1:2) hatte der neue Nationalcoach Laurent Blanc in der vergangenen Woche auf eine Nominierung aller 23 WM-Fahrer verzichtet.
sid/dpa
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