Unverkäuflich und unverzichtbar

Ba bleibt Hoffenheims Problemfall

17.01.2011 | 10:45 Uhr
Demba Ba und kein Ende: Der fest eingeplante Transfer des Stürmers wird für Hoffenheim zu einem teuren Problem. Dabei zeigt das 1:2 in Bremen, dass der schwierige Torjäger sportlich unverzichtbar ist. Sportuntauglich, wie von Stoke City behauptet, ist der Senegalese keinesfalls.
2vlu2535-jpg733810596958023958
Demba Ba will weg, ist aber noch immer da. (Foto: dpa)

Das Debüt des neuen Trainers verpatzt, der Wechsel von Demba Ba vorerst geplatzt: 1899 Hoffenheim kommt nicht zur Ruhe. Kaum hatte der Fußball-Bundesligist in Bremen die Last-Minute-Niederlage beim Einstand des neuen Coaches Marco Pezzaiuoli kassiert, da wurde Manager Ernst Tanner mit den schlechten Nachrichten aus England konfrontiert: Der Millionen-Transfer des Querulanten Ba zu Stoke City droht wegen eines nicht bestandenen Medizin-Checks zu scheitern. Der schwierige Stürmer könnte nun ein Dauerproblem und ein extrem teurer Ladenhüter zu werden.

Doch womöglich handelt es sich auch nur um eine Finte von Stoke City, um den Preis für Ba zu drücken. Zwar hatte Stoke- Generaldirektor Tony Scholes zunächst bekräftigt: "Wir werden ihn nicht unter Vertrag nehmen." Doch Stoke-Trainer Tony Pulis wolle den Senegalesen unbedingt, sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner der "Heilbronner Stimme" (Montag). Daher habe der Premier-League-Club nun ein Leihgeschäft angeboten.

"So sportuntauglich kann er nicht sein"

2vkb3446-jpg5096056766270106789
In der Hinrunde war Ba sechsmal erfolgreich. Seine Tore werden fehlen. (Foto: dpa)

Darauf wollen die Kraichgauer zwar nicht eingehen, dennoch werde der Club noch einmal mit Stoke Kontakt aufnehmen. Ohnehin hatte die angeblich mangelnde Tauglichkeit von Ba in Hoffenheim Irritationen ausgelöst. "Er hat bei uns in der Hinrunde nahezu alle Spiele gemacht. So sportuntauglich kann er also nicht sein", sagte Tanner der "Welt". Ba hatte in der Hinrunde sechs Tore für 1899 geschossen. "Wir haben gezeigt, dass wir den Ausfall von Luiz Gustavo kompensieren können, den von Demba Ba nicht", kommentierte Tanner das 1:2 bei Werder Bremen.

"Falls er zurückkommt, hat er natürlich einen harten Weg bei uns vor sich, wieder die Akzeptanz innerhalb der Mannschaft, im Umfeld und natürlich auch bei den Fans zu finden - und das würde eine sehr lange Zeit dauern", sagte Trainer Pezzaiuoli. Hoffenheims Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus betonte: "Ich kann mir derzeit nur schwer vorstellen, dass er jemals wieder jubelnd in unsere Fankurve laufen wird. Aber der Spieler gehört weiter dem Verein, und wir werden unseren Pflichten als Arbeitgeber nachkommen."

Weitere News

Das Problem ist in der Tat, dass ohne den geplanten Ba-Transer eingeplantes Geld für Neuverpflichtungen fehlt. Es sei denn, Mäzen Dietmar Hopp, der nach eigenen Angaben bereits 240 Millionen Euro in den Verein investiert hat, öffnet wieder sein Portemonnaie.

Kein Geld aus dem Fenster

2vls4826-jpg912093930406333132
Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli hat mit Vedad Ibisevic derzeit nur einen echten Torjäger im Kader. (Foto: dpa)

"Wir sind bemüht, Verstärkungen zu finden", sagte Pezzaiuoli nach seiner Debüt-Niederlage. Doch neue Profis müssten auch "menschlich und charakterlich" passen. Auf einen wie Ba trifft das aus Hoffenheimer Sicht wohl weniger zu. Nach dem Streik-Theater nach der Winterpause gibt es kein Zurück für den 25-Jährigen. "Der trainiert nicht bei den Profis", stellte Manager Tanner fest - und schob nach: "Ob er überhaupt trainieren will, ist eine andere Frage."

Veränderungen sind auf jeden Fall notwendig, wie die Niederlage nach Gegentreffern von Claudio Pizarro (36.) und Torsten Frings (90.+2) sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Boris Vukcevic (87.) zeigte. Vor allem im Sturm fehlte es an Durchsetzungsvermögen. Doch "der Wintermarkt ist schwer", sagte Tanner. Ihm steht die 17- Millionen-Einnahme des nach München gewechselten Gustavo zur Verfügung, aber durch Ba fehlen nun weitere Millionen für neue Spieler. Vorsichtshalber versicherte der neue Trainer: "Wir sind nicht so blauäugig, Geld aus dem Fenster zu schmeißen."

Verwendete Quellen: von Michael Rossmann und Matthias Jung, dpa