Samstag, 11. Juli 2009
"Es ist schon ein Irrsinn": Beckenbauer rügt Finanzgebaren
Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hat die finanziellen Auswüchse im Profi-Fußball kritisiert und angesichts exorbitanter Ablösesummen und Spielergehälter Handlungsbedarf der internationalen Verbände angemahnt.
"Irgendetwas muss geschehen, das wissen alle."
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
"Es ist schon ein Irrsinn, was da für Summen gehandelt werden. Aber irgendeinen Verrückten findet man immer, der mit Geld um sich wirft", sagte der Präsident des FC Bayern München der "Passauer Neuen Presse" mit Blick auf den Rekordtransfer von Cristiano Ronaldo. Der Portugiese war für 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid gewechselt.
Zugleich betonte Beckenbauer, dass er persönlich bei einer Ablösesumme von 80 Millionen Euro "ein schlechtes Gewissen" hätte. Diese Summe sollen die Bayern zuletzt für einen Wechsel von Franck Ribéry nach Madrid aufgerufen haben.
"Salary-Cap" unwahrscheinlich
Auch bei den Gehältern müsse "irgendwas geschehen, das wissen alle", glaubt Beckenbauer, der Mitglied in der Exekutive des Fußball-Weltverbandes FIFA ist. "Aber ich bin skeptisch, ob eine Gehaltsgrenze funktioniert."
Er schlägt stattdessen vor, den Clubs zur Auflage zu machen, dass die maximal 50 bis 60 Prozent ihrer Einnahmen für Spieler ausgeben dürfen. "Ich bin überzeugt, dass bald was passiert, in der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der so viele Menschen um ihre Jobs und Existenz fürchten, ist es einfach ein Wahnsinn, was sich da momentan abspielt", sagte Beckenbauer. Zuvor hatte auch schon UEFA-Präsident Michel Platini die Transferpolitik der Großvereine kritisiert und Gegenmaßnahmen angekündigt.
Ribéry nicht unverzichtbar
Im Wechsel-Theater um Ribéry, der noch bis 2011 bei den Bayern unter Vertrag steht, rechnet der Aufsichtsratschef des deutschen Rekordmeisters mit einer längeren Hängepartie. "Vor Ende August wird es keine Entscheidung geben, dann schließt die Transferliste."
Über den sportlichen Wert des französischen Bundesliga-Stars für den FC Bayern äußerte sich Beckenbauer vielsagend: "Ribéry hat im ersten Jahr den Unterschied ausgemacht, im zweiten nicht mehr."
dpa
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