Der FC Chelsea bleibt Spitzenreiter in Englands Premier League und hat den Gewinn des vierten Meistertitels weiterhin selbst in der Hand. Unter den Augen von Tribünengast Joachim Löw fertigten Michael Ballack und Co. Stoke City mit dem früheren deutschen Nationalverteidiger Robert Huth mit 7:0 ab und führen zwei Spieltage vor Saisonschluss weiter mit einem Zähler Vorsprung vor Titelverteidiger Manchester United. Die "Red Devils" schlugen schon am Samstag Tottenham Hotspur mit 3:1 und bleiben damit an den "Blues" dran.

Mit einem glänzend aufgelegten DFB-Kapitän, der etwas defensiver als gewöhnlich spielen musste, ließ Chelsea im Stadion an der Stamford Bridge von der ersten Minute keine Zweifel an ihren Ambitionen. Salomon Kalou, dem ein "Dreierpack" gelang (24./31./68.), und Frank Lampard, der zweimal erfolgreich war (44./Foulelfmeter/81.), sicherten schon im ersten Durchgang den Sieg. Daniel Sturridge (87.) und Florent Malouda (89.) sorgten für Chelseas zweiten 7:0-Sieg der Saison, der für ein sicheres Polster in der Tordifferenz gegenüber ManU sorgte. Der FC Liverpool, Chelseas nächster Gegner, schickte derweil den Premier-League-Neuling FC Burnley mit einem 4:0 zurück in die Zweitklassigkeit.
Neue Sorgen um Rooney
Manchesters Starstürmer Wayne Rooney fehlte gegen die Spurs wegen einer im Donnerstagstraining erlittenen Leistenverletzung. Da auch seine in München erlittene Knöchelblessur noch nicht ausgeheilt scheint, sorgt sich das Boulevardblatt "News of the World" wegen der Doppelverletzung um die WM-Teilnahme des 24 Jahre alten Torjägers - ebenso wie um die des einmal mehr fehlenden Innenverteidigers und England-Kapitäns Rio Ferdinand.
"Schwer zu sagen, wann er wieder fit ist", erklärte Ferguson zu Rooney. "Um ehrlich zu sein, wird es wohl zwei bis drei Wochen dauern. Wir werden versuchen, ihn wieder hinzubekommen, und er ist natürlich wild darauf, wieder zu spielen." Auch ohne Rooney - mit 34 Pflichtspiel-Treffern Englands bester Torschütze - war Manchester nach mäßiger erster Halbzeit überlegen. Dabei war Tottenham mit der Empfehlung von Siegen gegen den FC Arsenal und Chelsea ins Stadion Old Trafford angereist. Doch gegen United, das den vierten Titel in Serie und damit die historische 19. Meisterschaft ansteuert, fehlte den Spurs der inspirierende Funke.
Hymnen auf Nani und Giggs
Mittelfeld-Routinier Ryan Giggs mit zwei cool verwandelten Foulelfmetern (58./86.) und Nani mit einem schönen Lupfer (81.) entschieden das Spiel für den Meister. Ledley King gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (70.). "Nani war früher der 'Cristiano Ronaldo light', aber nun sieht er wie ein Original aus", lobte die "Sunday Times" den Portugiesen, während der "Sunday Telegraph" eine Hymne auf den 36 Jahre alten Giggs anstimmte: "Anderswo mögen die Nerven blankliegen, aber er blieb völlig unbeeindruckt." Auch Ferguson hob die Abgeklärtheit seiner Elf hervor: "Wir haben keinerlei Nervosität gezeigt. Die Erfahrung hilft uns."

Der Dritte Arsenal und der Fünfte Manchester City trennten sich 0:0, womit ManUs Lokalrivale im Kampf um die Champions-League-Qualifikation hinter Tottenham blieb. Für den Rest der Saison müssen die "Citizens" zudem auf Stammtorhüter Shay Given verzichten, der sich gegen Arsenal eine schwere Schulterverletzung zuzog.



