Wegen sexueller Nötigung

DFB ermittelt intern

11.02.2010 | 13:31 Uhr
Nach Bekanntwerden der Belästigungsvorwürfe gegen DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell arbeitet der Deutsche Fußball-Bund nun an einer verbandsinternen "Sachverhaltsaufklärung". Derweil wird die Frage, wer wann was hätte weitergeben und wissen müssen, immer kontroverser diskutiert.
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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat interne Ermittlungen wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung im Bereich der Schiedsrichter aufgenommen. Das bestätigte der DFB auf Anfrage. "Wir prüfen den Fall", erklärte ein Verbandssprecher dazu. Zu den internen Ermittlungen würden auch Vernehmungen und Gespräche mit Beteiligten des Falls gehören.

Volker Roth, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, war bereits am 17. Dezember des vergangenen Jahres davon unterrichtet worden, dass ein junger Bundesliga-Referee von Manfred Amerell belästigt worden sein soll. Namen nannte der DFB offiziell noch nicht. Amerell, der dem Schiedsrichterausschuss des DFB als Vertreter des Regionalverbandes Bayern angehörte, hatte die Vorwürfe bereits am Mittwoch als "haltlos und aus der Luft gegriffen" zurückgewiesen, sein Anwalt sprach von "Rufmord".

DFB-Präsident Theo Zwanziger verwies in der "Süddeutschen Zeitung" auf eine "Sachverhaltsaufklärung" des Verbandes: "Das ist schwierig, deshalb wollen wir nicht zu früh Leute belasten oder entlasten. Im Moment steht der Persönlichkeitsschutz über allem." Zwanziger kündigte auch weitere Vernehmungen in diesem Zusammenhang an. Damit sei DFB-Justiziar Jörg Englisch beauftragt worden.

Roth weist Kritik zurück

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In der Kritik: Chef-Schiedsrichter Volker Roth. (Foto: picture alliance / dpa)

Unterdessen hat Schiedsrichter-Boss Roth eigene Fehler im "Fall Amerell" zurückgewiesen. "Nach den DFB-Statuten ist der Präsident zu informieren und nicht der Vizepräsident. Genau das habe ich getan", sagte er dem "Kicker".

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Beim DFB hatte der für das Schiedsrichterwesen zuständige Vizepräsident Rainer Koch diesen Aufgabenbereich am Mittwoch abgegeben, weil er sich von Roth übergangen fühlte. Dieser hatte ihn nicht über Vorwürfe gegen das bisherige Schiedsrichterausschuss-Mitglied Amerell informiert.

Die Machtbefugnisse von Roth bei der Ansetzung der Unparteiischen ist vielen Kritikern ohnehin ein Dorn im Auge. Ob der 68-Jährige, der beim DFB-Bundestag im Oktober in Essen nach 15 Jahren als Schiedsrichter-Chef abgelöst werden soll, möglicherweise vorzeitig über den "Fall Amerell" stolpert, scheint möglich. Als designierter Nachfolger von Roth gilt der ehemalige FIFA-Referee Herbert Fandel.

Verwendete Quellen: dpa/sid