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Angerer sichert den Titel: Deutsche Fußballerinnen sind Europas Beste

Elfmeter-Heldin Nadine Angerer und Joker Anja Mittag bescheren den deutschen Fußballerinnen den achten Triumph bei einer EM. Beim Sieg in einem dramatischen Finale gegen Norwegen hält Angerer zwei Strafstöße, die eingewechselte Mittag erzielt den Treffer.

Deutschland - Norwegen 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Mittag (49.)
Deutschland: Angerer (Brisbane Roar) - Maier (Bayern München), Krahn (Paris St. Germain), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine Potsdam) - Keßler (VfL Wolfsburg), Goeßling (VfL Wolfsburg) - Lotzen (Bayern München - 46. Mittag/FC Malmö), Marozsan (1. FFC Frankfurt), Laudehr (1. FFC Frankfurt - 77. Schmidt/1. FFC Frankfurt) - Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt)
Norwegen: Hjelmseth (Stabæk IF) - Mjelde (Turbine Potsdam), Rønning (Stabæk IF), Christensen (Amazon Grimstad - 85. Larsen Kaurin/Stabæk IF), Akerhaugen (Stabæk IF) - Stensland (Stabæk IF - 76. Isaksen/Kolbotn IL) - Graham Hansen (Stabæk IF), Gulbrandsen (Vålerenga Oslo - 68. Thorsnes/Stabæk IF), Høegh Dekkerhus (Stabæk IF), Hegland (Arna-Bjørnar Bergen) - Stolsmo Hegerberg (Turbine Potsdam)
Schiedsrichterin: Dorcioman (Rumänien)
Zuschauer: 41 301
Besondere Vorkommnisse: Angerer (Deutschland) hält Foulelfmeter von Rønning (29.) und von Gulbrandsen (61.)

Dank der überragenden Torhüterin Nadine Angerer hat sich die deutsche Frauenfußball-Nationalelf zum achten Mal die EM-Krone aufgesetzt. Im hartumkämpften Finale gegen Norwegen hielt Angerer zwei Foulelfmeter von Trine Rønning (29.) und Solveig Gulbranden (61.) und hatte so einen Riesenanteil am verdienten 1:0 (0:0)-Triumph gegen den Weltmeister von 1995. Vor 41.301 Zuschauern im schwedischen Solna erzielte die zur zweiten Spielhälfte eingewechselte Anja Mittag in der 49. Spielminute das umjubelte Siegtor für die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid.

"Was diese junge Mannschaft wieder geleistet hat, macht mich so stolz. Dieser EM-Titel ist sehr besonders. Nach den Hiobsbotschaften hat keiner damit gerechnet, dass wir soweit kommen", sagte Neid und lobte Torhüterin Angerer: "Sie hat ihre ganze Klasse unter Beweis gestellt. Sie wollte im Finale unbedingt keinen reinlassen. Das hat man gemerkt." Die umjubelte Angerer fand es einfach nur "phänomenal und geil", wieder Europameister zu sein. Im Vorfeld habe sie die Elfmeterschützen der Norwegerinnen zwar ein wenig studiert, im Finale dann aber doch spontan reagiert.

Wie erwartet rückte Celia Okoyino da Mbabi wieder für Mittag in die Startelf des Titelverteidigers, der Norwegen bereits in den drei EM-Endspielen 1989, 1991 und 2005 besiegt hatte. Die deutsche Toptorjägerin fehlte zuletzt beim 1:0-Halbfinale gegen Gastgeber Schweden wegen einer Oberschenkelzerrung. Doch im Finale ging Neid das geringe Risiko ein, zumal im Fall einer Verschlimmerung gute Alternativen zur Verfügung gestanden hätten.

Vor der stimmungsvollen Kulisse - schon nach einer Viertelstunde schwappte die "La Ola" durch die wunderschöne Friends Arena - nahm die DFB-Elf das Heft von Beginn an in die Hand. Die Skandinavierinnen, die den siebenmaligen Europameister in der Vorrunde mit ihrer "B-Elf" 1:0 besiegt hatten, agierten im defensiven 4-1-4-1-System. Das zeigte den großen Respekt der Elf von Even Pellerud vor der Offensive um Dzsenifer Marozsan und Okoyino da Mbabi, die sofort hellwach war.

Silvia Neid hat ein glückliches Händchen

Die Beste: Torhüterin Nadine Angerer (links)
Die Beste: Torhüterin Nadine Angerer (links)(Foto: dpa)

Nach Nadine Keßlers Kopfball auf die Latte (1.) bot sich der beim 3:0 gegen Island zweimal erfolgreichen Okoyino da Mbabi (3.) die nächste Chance, doch ihr Schuss strich knapp am Tor von Ingrid Hjelmseth vorbei. Die norwegische Torfrau war danach bei Distanzschüssen von Lena Lotzen (9.) und Marozsan (12.) auf dem Posten, ehe auch ihr Gegenüber Angerer erstmals eingreifen musste. Maren Mjeldes Schuss (14.) war aber zu schwach. Die bis dato beste Möglichkeit hatte erneut Okoyino da Mbabi, deren wuchtiger Kopfball nach einer Marozsan-Ecke das Gehäuse knapp verfehlte.

Dann griff die "alte Fußballweisheit", dass Stürmerinnen nichts im eigenen Strafraum zu suchen haben. So nutzte Cathrine Dekkerhus die Gelegenheit, und fiel über Okoyino da Mbabis Fuß. Rönning trat zum zumindest strittigen Strafstoß an, doch Angerer verhinderte den Rückstand mit großartigem Reflex per Fußabwehr.

Tor für Deutschland: Anja Mittag.
Tor für Deutschland: Anja Mittag.(Foto: dpa)

Fast wäre Deutschland durch Marozsan (45.+1) doch noch vor der Pause die Führung gelungen, die dann aber zu Anfang des zweiten Durchgangs endlich fiel: Die gerade für Lotzen eingewechselte Mittag (49.) verwandelte eine maßgerechte flache Hereingabe von Okoyino da Mbabi eiskalt aus sieben Metern zum verdienten 1:0. Was für ein glückliches Händchen von Neid. Eine Rettungsaktion von Norwegens Spielführerin Invild Stensland auf der Linie bei einem Kopfball von Okoyino da Mbabi (57.) verhinderte das zweite deutsche Tor.

Gut, besser, überragend: Die zweimalige Weltmeisterin Angerer parierte anschließend auch den zweiten Foulelfmeter, der nach einem Zweikampf zwischen Marozsan und Caroline Hansen schon eher gegeben werden konnte. Diesmal trat Kapitänin Gulbrandsen höchstpersönlich an, doch auch die zweifache Mutter konnte Angerer vom Punkt nicht überwinden. Der Weg zum sechsten deutschen EM-Triumph in Serie war spätestes vorgezeichnet, als ein norwegischer Treffer (64.) wegen Abseits nicht gegeben wurde. In der Schlussphase hätte die junge deutschen Mannschaft den Sieg sogar noch in die Höhe schrauben können, hatte aber erneut Pech bei einem Pfostenschuss von Keßler in der 83. Minute.

Wie üblich gratulierte auch die deutsche Staatsspitze zum sportlichen Erfolg. Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb an das Team gerichtet: "Es hat die Menschen in unserem Land mit seiner leidenschaftlichen und kämpferischen Spielweise begeistert." Bundespräsident Joachim Gauck schrieb schlicht: "Feiern Sie! Und lassen Sie sich feiern! Mit Ihnen freut sich ganz Fußball-Deutschland!"

Quelle: n-tv.de

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