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Nach dem 0:1 durch Gonzalo Higuain nahm das BVB-Unheil in Neapel seinen Lauf.
Nach dem 0:1 durch Gonzalo Higuain nahm das BVB-Unheil in Neapel seinen Lauf.(Foto: REUTERS)

BVB-Coach Klopp: "Das war natürlich blöd": Dortmund verliert dramatisch in Neapel

Platzverweis, Verletzungspech, ein tobender Trainer auf der Tribüne: Champions-League-Finalist Borussia Dortmund legt einen Fehlstart in die Königsklasse hin. Beim SSC Neapel verliert der BVB erst die Übersicht, dann die Nerven, dann seinen Coach, den Abwehrchef plus den Torwart - und letztlich die Partie.

Neapel - Dortmund 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Higuain (29.), 2:0 Insigne (67.), 2:1 Zuniga (87., ET)

Bes. Vork.: Rot für Weidenfeller (45.+1)

Neapel: Reina - Maggio, Albiol, Britos, Zuniga - Inler, Behrami  - Callejon, Hamsik (90.+2 Mesto), Insigne (73. Mertens) - Higuain (78. Pandev)
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels (45.+1  Aubameyang), Schmelzer - Sahin, Bender - Blaszczykowski (45.+3  Langerak), Mchitarjan (76. Hofmann), Reus - Lewandowski

Referee: Proenca (Portugal) Zus.: 55.766

Borussia Dortmund hat nach dem berauschenden Fußball-Märchen der Vorsaison einen suboptimalen Start in die neue Champions-League-Spielzeit hingelegt. Der BVB unterlag beim SSC Neapel zum Auftakt der Gruppe F mit 1:2 (0:1). Gonzalo Higuaín (29. Minute) per Kopf und Lorenzo Insigne (67.) mit einem tollen Freistoß trafen vor 58.000 Zuschauern für den Spitzenreiter der italienischen Serie A. Juan Zunigas Eigentor (87.) kam für die Dortmunder zu spät.

Für die ging in Neapel schief, was schiefgehen kann: Gäste-Keeper Roman Weidenfeller sah wegen Handspiels außerhalb des Strafraums Rot (45.+1). Trainer Jürgen Klopp musste nach 30 Minuten wegen heftigen Meckerns auf die Tribüne - zu Recht, wie er nach dem Spiel zerknirscht einräumte: "Ich habe mich bei der Mannschaft schon entschuldigt, beim Schiedrichter und beim vierten Offiziellen. Ich habe das falsch eingeschätzt", sagte Klopp: "Meine Rote Karte, diesen Schuh muss ich mir anziehen, das war natürlich blöd." Zudem verletzte sich auch noch Nationalspieler Mats Hummels und musste ausgewechselt werden. Nach ersten BVB-Informationen droht dem Abwehrchef aber kein längerer Ausfall.

Am Boden: Der BVB in Neapel.
Am Boden: Der BVB in Neapel.(Foto: REUTERS)

116 Tage nach der knappen Final-Niederlage gegen den FC Bayern wurde das Duell der beiden nationalen Tabellenführer am Fuße des Vesuvs für die Dortmunder ein Abend zum Vergessen. Nach fünf Siegen in den ersten fünf Bundesliga-Partien war es die erste Schlappe der Saison für die Schwarz-Gelben. In der zweiten Halbzeit verlor Klopps Team im Hexenkessel von Napoli in Unterzahl phasenweise die Übersicht.

Mchitarjan setzt wenig Akzente

Dabei hatte der Coach gegen Maradonas Erben bewusst auf eine etwas defensivere Ausrichtung gesetzt und deshalb zunächst auf den zuletzt starken Pierre-Emerick Aubameyang verzichtet. Als einziger Neuzugang stand Henrich Mchitarjan in der Startelf, konnte allerdings kaum Akzente setzen. Die Dortmunder standen ungewohnt tief und gerieten unter Druck, weil sich ins eigene Aufbauspiel zu viele Fehler schlichen. Insigne sorgte mit einem Schlenzer in der 13. Minute erstmals für Gefahr, drei Minuten später rettete Neven Subotic in höchster Not und spitzelte Higuain den Ball noch vom Fuß.

Die Offensive der Borussia konnte nur selten für Entlastung sorgen. In der 26. Minute allerdings tauchte Robert Lewandowski nach starker Vorarbeit von Hummels und Marco Reus frei vor dem Tor auf, scheiterte aber an SSC-Schlussmann Pepe Reina.

Subotic angeknockt, Higuain trifft

Hummels wohl bald wieder fit

BVB-Abwehrchef Mats Hummels muss nach seiner Verletzung in Neapel anscheinend keine längere Pause befürchten. "Er hat einen Schlag in den Rücken bekommen, auf den Ischias-Nerv. Er hat immer noch starke Schmerzen, ich gehe aber davon aus, dass es relativ schnell besser werden wird", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Dann der erste Aufreger: Weil Subotic von einer Behandlung am Spielfeldrang erst mit Verzögerung zurückkehren konnte, war die BVB-Abwehr in Unordnung. Schmelzer konnte Higuain nicht beim Kopfball stören - 0:1. Klopp brüllte den Vierten Offiziellen wütend aus Nahdistanz an und wurde dafür vom portugiesischen Referee Pedro Proenca auf die Tribüne verwiesen. "Das hat Hektik reingebracht bei uns, unnötig", bekannte Klopp nach dem Spiel.

Sein Team wirkte nun verunsichert. Prompt folgten die nächsten Tiefschläge. Abwehrchef Hummels humpelte angeschlagen vom Platz, für ihn kam Aubameyang (45.+1). Sekunden später nahm Weidenfeller bei einer Rettungstat weit vor seinem Tor die Hand zur Hilfe und musste folgerichtig vom Feld. Für Ersatzmann Mitch Langerak musste Jakub Blaszczykowsky weichen.

Schlussoffensive kommt zu spät

In Unterzahl konnten die Dortmunder die quirligen Hausherren nun kaum noch bremsen. Immer wieder wurde es vor Langeraks Tor gefährlich. Beim herrlichen Freistoß von Insigne, der noch an die Unterkante der Latte klatschte, war der australische Schlussmann dann machtlos.

Von der Borussia kamen offensiv nur noch wenige Lebenszeichen. Aubameyang hätte es noch einmal spannend machen können, sein feiner Fernschuss landete aber an der Latte (70.). Auch Nuri Sahins Freistoß verfehlte das Ziel (84.). Dann machte Zunigas kurioses Eigentor den Dortmunder noch einmal Hoffnung. Reus hatte per Freistoß sogar die Chance zum Ausgleich (89.), aber es sollte nicht mehr sein.

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Quelle: n-tv.de

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