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HSV-Boss Edgar Jarchow darf sich beim nächsten Trainer keinen neuerlichen Fehlschlag leisten.
HSV-Boss Edgar Jarchow darf sich beim nächsten Trainer keinen neuerlichen Fehlschlag leisten.(Foto: dpa)

Großer Trainer für ganz kleines Geld: HSV sucht die eierlegende Wollmilchsau

Thorsten Fink ist gefeuert. Jetzt werden die Namen Schaaf, Magath, Bilic, van Marwijk und Matthäus beim Hamburger SV gehandelt. Gute Trainer, die gutes Geld verdienen wollen - und die sich der klamme Fußball-Dino deshalb eigentlich nicht leisten kann.

Der Hamburger SV sucht eine gestandene Trainerpersönlichkeit, nur kosten darf sie nichts. "Wir haben unsere Ideen. In der Tat könnte ich mir vorstellen, einen Trainer mit Erfahrung zu holen, wobei sich das nicht immer zwangsläufig am Alter festmacht", sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow. Es könne aber sein, dass der neue Übungsleiter ein paar Jahre älter sei als der beurlaubte 45-jährige Thorsten Fink.

Thomas Schaaf, Felix Magath, Slaven Bilic, Bert van Marwijk und Lothar Matthäus werden an der Elbe gehandelt - doch eigentlich sind sie alle zu teuer. Für den geschassten Fink zahlte der 15. der Fußball-Bundesliga vor zwei Jahren eine Ablöse von einer Million Euro an den FC Basel, ähnlich hoch wird wohl auch die Abfindung ausfallen. Da bleibt kaum Geld für den Neuen.

"Natürlich, eventuell, aber nicht im Moment"

Eine sofortige Verpflichtung als Coach schloss Magath erneut aus. "Natürlich, eventuell, aber nicht im Moment", sagte der Europapokal-Held von 1983 der dpa. Der Verein liege ihm am Herzen, "aber bei diesem HSV sehe ich jetzt nicht, dass eine Person wirklich helfen könnte", schrieb Magath auf seiner Facebook-Seite. Er habe versucht, sich im Frühjahr über die Lage bei seinem Ex-Club zu informieren und sei zu dem Schluss gekommen, dass der HSV nicht nur sportlich in der Krise stecke, sondern auch Geld benötige. Er verwies erneut auf ein mögliches Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne.

Cardoso soll am Samstag gegen Werder Bremen auf der Bank sitzen. "Qualität geht vor Eile, wir haben das Interesse, eine gute Lösung in absehbarer Zeit zu finden", betonte Jarchow. Der Neue müsse einen klaren Plan haben und ihn konsequent durchziehen.

Jarchow will sich Kritik stellen

Für Sportdirektor Oliver Kreuzer und Jarchow steht mit der Trainersuche auch die Bewertung der eigenen Arbeit auf dem Spiel. Zu Fehlern in der Vergangenheit sagte Jarchow: "Dass ich in der Kritik stehe, ist mir bewusst, und das ist Teil meines Jobs. Natürlich steht der Vorstand in der Kritik. Amtsmüde bin ich aber nicht."

Der FDP-Politiker folgte im März 2011 auf Bernd Hoffmann und trat mit dem Ziel an, den Traditionsverein finanziell zu konsolidieren und in ruhiges Fahrwasser zu bringen. In Jarchows Amtszeit wird nach Fink und Vorgänger Michael Oenning nach dem dritten passenden Fußball-Lehrer gefahndet. Jarchows Vertrag läuft bis März 2015.

Quelle: n-tv.de

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