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Es ist zum Verzweifeln. Thomas Schaaf und Hannover 96 durchleben schwierige Zeiten.
Es ist zum Verzweifeln. Thomas Schaaf und Hannover 96 durchleben schwierige Zeiten.(Foto: imago/Laci Perenyi)

Hoffnungsträger als Pleitenkönig: Hannover geht mit Schaaf auch in Liga zwei

Er kommt im Januar mit einem klaren Auftrag: Thomas Schaaf soll den heftig kriselnden Fußball-Bundesligisten Hannover 96 vor dem Absturz in die 2. Liga retten. Doch unter dem Hoffnungsträger spitzt sich die Situation immer weiter zu. Konsequenzen? Nö.

Vier Pleiten in Serie unter Thomas Schaaf, drei Spiele ohne Tor, kaum noch Hoffnung - doch Präsident Martin Kind vom Tabellenletzten Hannover 96 will weiter an seinem sieglosen Trainer festhalten. "Einen weiteren Trainer-Wechsel schließe ich komplett aus. Wir gehen bis zum Ende mit Schaaf, auch wenn wir absteigen", sagte Kind der "Bild"-Zeitung. Schaaf, im Winter als Hoffnungsträger verpflichtet, darf beim Kellerkind der Fußball-Bundesliga weiter verlieren.

Unter Michael Frontzeck erlebte Hannover eine fatale Hinserie, die sich nun unter Schaaf fortsetzt.
Unter Michael Frontzeck erlebte Hannover eine fatale Hinserie, die sich nun unter Schaaf fortsetzt.(Foto: dpa)

Ausgerechnet im Jahr des 120-jährigen Bestehens des Klubs rückt der Absturz in die 2. Liga für 96 immer näher. Trotz der erschütternden Bilanz und angesichts der sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz will Kind aber noch nicht aufgeben. "Wir glauben an den Klassenerhalt, solange er rechnerisch möglich ist", sagte der Unternehmer. Die Statistik spricht allerdings gegen Schaaf und die Roten, die bisher nur 14 Punkte holten: Im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel stiegen bisher alle Mannschaften mit so wenigen Zählern nach 21 Spieltagen am Ende ab. Und so plant Hannover parallel auch schon für das Unterhaus. "Wir kennen unsere Situation, müssen realistisch sein", sagte Kind.

"Die Mannschaft hat schon einiges erreicht"

Für Schaaf sind Statistiken dazu da, widerlegt zu werden. Der 54 Jahre alte Nachfolger des zurückgetretenen Michael Frontzeck klammert sich vor dem nächsten Abstiegs-Finale gegen den FC Augsburg (Sonntag, 17.30 Uhr im n-tv.de-Liveticker) an jeden noch so kleinen Strohhalm. "Wir sehen, dass die Anzahl der Spiele immer weniger wird. Das ist ja nichts Neues. Die Mannschaft hat schon einiges erreicht", sagte er nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund. Nur die erschreckend schwache Vorstellung zuvor zu Hause gegen Mainz 05 (0:1) habe ihn wirklich enttäuscht.

"Das war ein Ausrutscher nach unten, der uns vom Kopf, von den Emotionen und vom Ergebnis her sehr weh getan hat", sagte Schaaf: "Ansonsten haben wir eigentlich konstant eine Verbesserung erzielt." Trotz vermeintlicher Verbesserungen sind die Niedersachsen aber immer noch nicht in der Lage, ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Umso mehr sehnt sich Schaaf nach der Rückkehr seines Spielgestalters Hiroshi Kiyotake. Die Ideen und Pässe des Japaners, der seit Mitte November wegen eines Haarrisses im Fuß ausfällt, werden schmerzlich vermisst. "Er ist gesund. Wir haben mit ihm Aufbauarbeit geleistet, aber er ist natürlich noch nicht voll drin", sagte Schaaf: "Wir werden ihn jetzt immer weiter Richtung volle Leistungsfähigkeit bringen."

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Quelle: n-tv.de

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