Mittwoch, 21. April 2010
DFB-Pokalfinale in Köln: Keiner will die Frauen sehen
50.000 Zuschauer passen in das Fußballstadion in Köln. Aber erst 8500 Menschen haben sich eine Karte für das DFB-Pokalfinale gekauft. Das verspricht nicht gerade eine prickelnde Atmosphäre.
In Berlin war's auch nicht besser: Tribüne im Olympiastadion beim Finale FCR Duisburg gegen Turbine Potsdam im vergangenen Jahr. Die Menschen kamen erst, als die Männer spielten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Das DFB-Pokalfinale der Frauen droht zum Zuschauerflop zu werden. Für die Partie zwischen Titelverteidiger FCR Duisburg und USV Jena in Köln am 15. Mai sind gerade einmal 8500 Karten verkauft worden. In die WM-Arena passen knapp 50.000 Zuschauer.
"Wir werden das weiter beobachten", sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund und bezeichnete den Wechsel als "Wagnis". Die Frauen werden in diesem Jahr auf eigenen Wunsch erstmals seit 1985 ihr Pokalfinale nicht im Berliner Olympiastadion bestreiten. Erst nach dem Spiel in Köln will der DFB entscheiden, wo in den kommenden Jahren das Endspiel stattfinden wird. Köln hatte bereits Interesse an einer langfristigen Ausrichtung bekundet.
Männer bekommen Zusatztribüne
Das Pokalfinale der Männer wird hingegen auch in diesem Jahr wieder ein Besuchermagnet. "Wir hätten 100.000 Karten mehr verkaufen können. Das liegt sicher auch an der interessanten Paarung", sagte Niersbach. Am 15. Mai treffen Rekordmeister Bayern München und Titelverteidiger Werder Bremen aufeinander. Beim DFB ist man mit dem Austragungsort Berlin sehr zufrieden und setzte am Mittwoch im Roten Rathaus die Unterschrift unter die neuen Verträge über eine Ausrichtung bis 2015. "Ich behaupte, die Atmosphäre in Berlin ist besser als beim englischen Cup-Finale in Wembley", sagte Niersbach.
Deutlich zugenommen hätten die Ticket-Anfragen der beteiligten Klubs. Zurzeit bekommt jeder Verein 20.000 Karten für seine Anhänger. "Wir überlegen, ob wir diese Anzahl erhöhen", sagte Niersbach. In diesem Jahr wird die Gesamtkapazität im Olympiastadion angehoben, da eine Zusatztribüne über dem Marathontor rund 1200 Plätze bietet. Die neue Tribüne soll bereits am letzten Bundesliga-Spieltag zwischen Hertha BSC Berlin und Bayern München eingerichtet sein.
sid
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