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(Foto: imago/BPI)

"Dieses Spiel vergisst niemand": Liverpool lässt "Flying Klopp" episch feiern

Jürgen Klopp tritt mit dem FC Liverpool in der Premier League weiter auf der Stelle, das aber äußerst unterhaltsam. Gegen Spitzenreiter FC Arsenal ziehen die "Reds" dramatisch den Kopf aus der Schlinge. Sensationsteam Leicester feiert derweil Quadratschädel Robert Huth.

Jürgen Klopp außer Rand und Band: Nach dem späten Ausgleich zum 3:3 (2:2) gegen Spitzenreiter FC Arsenal in der 90. Minute gab es für den Teammanager des FC Liverpool kein Halten mehr. Im dichten Schneetreiben an der Anfield Road vollführte der frühere Dortmunder Coach nach dem Ausgleichstreffer von Joker Joe Allen in der 90. Minute Freudentänze. Wie ein Irrwisch und mit einem furchteinflößenden Gesichtsausdruck zelebrierter er einen aus seiner BVB-Zeit berühmt-berüchtigten Jubelläufe, die für englische Fans aber noch Neuland sind.

"Jurgen Klopp epic celebration", "Jürgen Klopps epischer Jubel", betitelte die Fußballplattform Fansided das entsprechende Video mit "The Normal One" durchaus staunend. "Es war ein großartiges Fußballspiel. Am Ende war das Remis für uns natürlich glücklich, aber auch verdient", sagte Klopp, nachdem sein Puls wieder auf Normalmaß gesunken war: "Ein spektakuläres Spiel. Wir haben 60 bis 70 Prozent der Partie richtig gut gespielt und brauchten am Ende ein wenig Glück. Dennoch haben wir verdient den Ausgleich erzielt."

Während des Spektakels stand der 48-Jährige mehrmals kurz vor einem Platzverweis. Das bestätigte sein erfahrener Arsenal-Kollege Arsène Wenger: ""Ich sagte zu ihm, er solle sich beruhigen, sonst müsse er auf die Tribüne. Er hat immer wieder lautstark mit dem vierten Offiziellen diskutiert."

Im Gegensatz zu Premier-League-Greenhorn Klopp, der am Samstag genau 100 Tage als Teammanager beim LFC im Amt sein wird, war Wenger mit dem Resultat seiner Mannschaft um die beiden unauffälligen Weltmeister Mesut Özil und Per Mertesacker nicht zufrieden: "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der Coach: "Nach dem 3:2 hätten wir das 4:2 machen müssen. Aber Liverpool hat gekämpft bis zum Ende." Nun führt Arsenal die Tabelle nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz auf Rang eins vor dem punktgleichen Überraschungsteam Leicester City mit dem deutsche Ex-Nationalspieler Robert Huth an.

"Anfield wieder eine Festung"

Liverpool fiel durch das Remis auf den neunten Rang zurück und muss am Sonntag gegen das ebenfalls kriselnde Manchester United (15.05 Uhr im n-tv.de Liveticker) unbedingt gewinnen, wenn man das Saisonziel Europacup nicht aus den Augen verlieren will. "Wenn wir erneut so leidenschaftlich auftreten, punkten wir auch gegen Manchester", sagte Klopp voller Zuversicht.

"Klopp macht Anfield wieder zu einer Festung", titelte das "Liverpool Echo" vor dem Duell mit Wayne Rooney und Co., in dem es auch um die Zukunft von ManUnited-Coach Louis van Gaal geht. Bei einer weiteren Pleite dürfte der niederländische Fußballlehrer zum fliegenden Holländer werden.

Klopp hofft indes, dass seine Offensive gegen den Rekordmeister wieder ähnlich effektiv ist wie gegen Arsenal. "Beide Tore waren brillant. Besonders der zweite Treffer. Er (Firmino ) hat über die gesamte Spieldauer richtig gut gespielt", sagte Klopp über den Brasilianer: "Ich hoffe, dass er das auch am Sonntag zeigt." Der ehemalige Hoffenheimer hatte die Gastgeber zweimal in Führung geschossen (12., 19.), ehe Aaron Ramsey (14.) und Olivier Giroud (25.) jeweils für die Gäste aus London ausglichen. Zudem traf Firmino die Latte.

Nach der Arsenal-Führung durch Giroud (55.) war es dann aber der kurz zuvor für den deutschen Nationalspieler Emre Can eingewechselte Allen, der Klopp in Ekstase versetzte. "Er hat es richtig verdient", sagte Klopp über seinen Joker, der erst in der 82. Minute ins Spiel gekommen war.

Leicester herzt "Quadratschädel" Huth

Neben Klopp sorgte in Robert Huth ein zweiter Deutscher auf der Insel für Schlagzeilen. In der 83. Minute von Leicester Citys Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur war der Abwehrspieler plötzlich in einer riesigen, dunkelblauen Jubeltraube verschwunden. Vollkommen entfesselt sprangen seine Mitspieler auf den Matchwinner, herzten ihren "Big German Man" innig und zeigten immer wieder auf seine Stirn - mit der Huth kurz zuvor das 1:0 geköpft hatte - den Siegtreffer, wie gut zehn Minuten später festand.

"Es kommt nicht häufig vor, dass ein Quadratschädel nützlich ist", scherzte der gebürtige Berliner später bei Twitter über den Treffer, durch den Leicester an der Tabellenspitze nach Punkten wieder mit Arsenal gleichzog. Seine Teamkollegen stimmten derweil Oden auf Huth an. "Was für ein Kopfball von diesem großen Kerl. Es ist ein Vergnügen, hinter ihm zu spielen", twitterte City-Keeper Kasper Schmeichel. Und der Ex-Schalker Christian Fuchs schrieb unter ein Bild, auf dem er gerade Huths Stirn küsst: "So machen wir das!! Großer Kopfball von einem großen Mann."

Quelle: n-tv.de

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