"Hätten es anders lösen können"

Löw bereut Hickhack um Ballack

oo
Ballack führte Löws Team als Kapitän zur Vize-Europameisterschaft 2008. (Foto: picture alliance / dpa)
04.12.2011 | 18:20 Uhr
Versöhnliche Töne von Joachim Löw in Richtung seines ehemaligen Kapitäns Michael Ballack: In einem Fernsehinterview räumt der Bundestrainer ein, dass der unrühmliche Abgang des "Capitanos" ihn noch heute wurmt. "Es war auch für mich eine persönliche Enttäuschung", erklärt Löw.

Joachim Löw hat erstmals die Art des Abschieds von Michael Ballack aus der Fußball-Nationalmannschaft bedauert. "Letztendlich bin ich auch etwas enttäuscht. Wir hätten es alles zusammen anders lösen können", sagte der Bundestrainer im ZDF.

Der ehemalige DFB-Kapitän Ballack hatte nach seiner schweren Verletzung vor der WM 2010 nicht mehr die Rückkehr ins Nationalteam geschafft. Zwischen dem 98-maligen Nationalspieler und Löw entwickelte sich eine öffentliche Schlammschlacht, in der Ballack den Bundestrainer sogar der Lüge bezichtigte. Ballack verzichtete seinerseits auf eine Berufung und einen offiziellen Abschied im Rahmen des Länderspiel-Klassikers im Spätsommer gegen Rekordweltmeister Brasilien.

"Wir hätten es besser lösen müssen. So war es für alle Beteiligten nicht gut", erklärte der DFB-Chefcoach. Als Trainer müsse er immer wieder auch unangenehme Entscheidungen treffen, bemerkte Löw mit Hinweis auf Kevin Kuranyi und Torsten Frings, für die der Bundestrainer in seiner Mannschaft keine Verwendung mehr sah. "Es war für mich auch eine persönliche Enttäuschung", sagte Löw nun zum jüngsten Fall Ballack. Der 35-Jährige, dessen Vertrag mit Bayer Leverkusen zum Saisonende ausläuft, hat eine Entscheidung über ein mögliches Ende seiner Profikarriere offen gelassen.

Verwendete Quellen: dpa