Donnerstag, 29. Juli 2010
DFB statt Bundesliga: Siegenthaler sagt HSV ab
Chefscout Siegenthaler bleibt der deutschen Nationalsmannschaft erhalten. Der Schweizer tritt seinen Job beim HSV nicht an. Die Absage kommt allerdings recht kurzfristig.DFB-Chefscout Urs Siegenthaler tritt nun doch nicht in die Dienste des Bundesligisten Hamburger SV. Vier Tage vor dem geplanten Amtsantritt habe der 62-Jährige dem Verein eine Absage erteilt, sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann. Zuvor war Siegenthaler wegen der möglichen Doppelbeschäftigung als sportlicher Leiter beim HSV und als Chefscout der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in die Kritik geraten. Der DFB habe Siegenthaler vor die Wahl gestellt, und dieser habe sich gegen den HSV entschieden, sagte Hoffmann. "Wir nehmen das mit Bedauern aber mit Respekt zur Kenntnis."
In den vergangenen Tagen war der Druck auf Siegenthaler gewachsen. Der Deutsche Fußball-Bund, der Ligaverband und Branchen-Primus Bayern München befürchteten einen Interessenkonflikt. "Eine Doppelfunktion wird nicht möglich sein, wir müssen da sauber trennen", betonte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Auf der DFB-Präsidiumssitzung sollte am Freitag über die Doppelrolle diskutiert werden.
Gegen die zwei Jobs des 62 Jahre Schweizers meldete auch Liga-Präsident Reinhard Rauball seine Bedenken an: "Ein Doppel- Engagement wäre der Liga schwer zu vermittelbar", sagte er der "Sportbild". Unterstützt wird er von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Die Liga ist klar der Meinung: Entweder arbeitet Siegenthaler für den DFB oder für den HSV, beides ist nicht in Einklang zu bringen."
Der HSV und Siegenthaler hatten sich im Februar auf eine Zusammenarbeit geeinigt, der DFB wurde informiert. Damals wurden allerdings keine Bedenken gegen die Paralleltätigkeit laut.
dpa/SID
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