Feuern und Heuern al gusto

Trainer-Irrwitz bei US Palermo

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Da ist er ja wieder: Giuseppe Sannino. (Foto: dpa)
12.03.2013 | 13:33 Uhr
Jeder hat eine zweite Chance verdient. Sagt sich offensichtlich der italienische Erstligist US Palermo. Nun darf noch einmal derjenige als Trainer ran, der zu Saisonbeginn immerhin drei Spieltage schaffte. Er ist nicht der erste, der es zum zweiten Mal versuchen darf.

Für die jüngste Runde im Trainerkarussell hat sich der italianische Fußball-Erstligist US Palermo endgültig das Prädikat irrwitzig verdient. Nur einen Tag nachdem sich der abstiegsbedrohte sizilianische Klub zum zweiten Mal in dieser Saison von Gian Piero Gasperini getrennt hatte, gab Palermo die Rückkehr von Giuseppe Sannino bekannt. Jener Sannino, der zu Saisonbeginn nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden in der Serie A entlassen worden war. Insgesamt wurde der Trainerstuhl zum sage und schreibe fünften Mal in dieser Saison neu oder umbesetzt. Denn Palermo verschleißt seine Trainer nicht nur in atemraubendem Tempo. Der Klub gibt ihnen fast genauso schnell wieder eine zweite Chance.

Und so fing es an: Zur laufenden Saison wurde im vergangenen Sommer Sannino verpflichtet, einst bei Inter Mailand, seit September 2011 aber ohne Job. Nach drei Spieltagen war Schluss, Gasperini durfte für rund drei Monate ran - ein kleine Ewigkeit in der Zeitrechnung des Vereins unter dem zaudernden Präsidenten Maurizio Zamparini. Für Gasperini kam Alberto Malesani. Drei Wochen, mehr nicht, Ende Februar kehrte Gasperini auf den Chefposten zurück. "Ich haben nicht zweimal überlegt, wenn der Präsident ruft", gab er damals zu Protokoll. Zwei Wochen später durfte, besser musste Gasperini den Platz wieder räumen. Nicht mal 24 Stunden später teilte Palermo am Dienstag mit, dass Sannino die Leitung beim Tabellenvorletzten wieder übernimmt.

Und als wäre die Aufgabe am kommenden Sonntag beim AC Mailand nicht schon schwer genug, verbreitete Club-Chef Zamparini schon vor dem erneuten Engagement des gebürtigen Neapolitaners ungebremsten Pessimismus. "Wir können uns nicht mehr retten, es ist Wahnsinn zu glauben, wir könnten es noch schaffen", wurde er in italienischen Medien zitiert. Er legte in Richtung der Mannschaft, die fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz in den letzten zehn Saisonpartien aufholen muss, noch nach: "Wir brauchen viel Glück und unsere Spieler müssen wieder wie Männer auftreten anstatt wie Memmen." Klar, am besten so resolut wie er selbst sich in Sachen Trainern schon immer zeigte: In einem Vierteljahrhundert bei Venedig und Palermo feuerte er 35 Mal den Coach, insgesamt verschliss er 43 Übungsleiter. Dafür gibt es kein Prädikat mehr.

Verwendete Quelle: ntv.de