Einführung von "Basel III"Ackermann fordert Augenmaß
Die Debatte um "Basel III" ist noch nicht zu Ende. Deutsche-Bank-Chef Ackermann spricht sich gegen eine verfrühte Einführung der schärferen Eigenkapitalvorschriften aus. Er fürchtet um die Widerstandsfähigkeit der Banken und eine gefährdung des Konjunkturaufschwungs.
Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, fürchtet ein Vorpreschen einzelner Länder bei der Einführung schärferer Eigenkapitalvorschriften nach der Finanzkrise. Ackermann und mehrere seiner Kollegen warnten auf dem Jahrestreffen des Internationalen Bankenverbandes IIF in Washington, dass eine verfrühte Einführung des "Basel III" genannten Regelwerks die fragile Konjunkturerholung gefährden könne.
Der Baseler Ausschuss der wichtigen Finanzaufseher und Notenbanker hatte Mitte September lange Übergangsvorschriften beschlossen. So soll die Mindestanforderung für das sogenannte "harte Kernkapital" - Aktienkapital und einbehaltene Gewinne - über drei Jahre bis 2015 hochgeschraubt werden. Zugleich muss das Kernkapital auf sieben Prozent mehr als verdreifacht werden. Danach erst müssen die Banken bis 2019 einen weiteren Eigenkapitalpuffer für schlechte Zeiten aufbauen. Damit sollen die Banken widerstandsfähiger für Finanzkrisen gemacht werden.
Schweiz geht weiter
Die führenden Politiker der 20 wichtigsten Industriestaaten (G20) sollen im November in Seoul letzte Hand an die neuen Eigenkapitalregeln legen. Danach müssen sie in nationales und in europäisches Recht umgesetzt werden.
Regulierer beruhigten indes die Banker: "Das ist großzügiger als irgendjemand gedacht hat", sagte Kanadas Zentralbankchef Mark Carney. Allerdings müssen die weltweit größten Banken mit höheren Kapitalvorschriften rechnen, weil ihr Zusammenbruch das ganze System gefährden könnte.
"Basel III war noch nicht alles", sagte der Chef der schweizerischen Notenbank SNB, Philipp Hildebrand. "Basel geht das Problem des 'too big to fail' nicht an." Die Schweiz geht für ihre beiden Großbanken Credit Suisse und UBS deshalb weit über die Baseler Einigung hinaus.