Wirtschaft
Niki Lauda zieht sich nach und nach zurück.
Niki Lauda zieht sich nach und nach zurück.

Niki Laudas Abschied auf Raten: Air Berlin übernimmt flyniki

Air Berlin steckt in der Krise. Das Gemeinschaftsunternehmen flyniki federt die Flaute etwas ab. Was liegt da näher, als die Airline komplett zu übernehmen? Rund 40 Mio. Euro lässt sich Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft das kosten. Niki Lauda freut's.

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda verkauft seine Airline flyniki an den deutschen Partner Air Berlin . Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft übernehme für rund 40 Mio. Euro die verbleibenden 50,1 Prozent der Niki Luftfahrt GmbH, sagte Lauda. Er selbst werde in das 13-köpfige Aufsichtsgremium von Air Berlin einziehen, um dort weiterhin "von oben herunter" die Geschicke der österreichischen Airline mitzubestimmen und den Air-Berlin-Konzern durch die Krise zu führen.

Mit dem Ausstieg beginnt der Pilot Lauda einen Abschied auf Raten. "Es beginnt für mich das Ende meiner Verwaltungskraft, niki zu entwickeln - besonders wenn es schwierig wird", sagte der einstige Autorennfahrer. Aus der Branche zurückziehen wolle er sich aber nicht. "Alle, die sich jetzt freuen, dass der Niki jetzt weg ist - das wird sicher nicht passieren. Für mich geht überhaupt nichts zu Ende. Für mich geht der logische Schritt jetzt weiter", sagte er.

Alles wie gehabt

Lauda hatte das Unternehmen 2003 gegründet nachdem er seine erste Airline Lauda Air an die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines abgegeben hatte. Bereits 2004 hatte er 24 Prozent an Air Berlin verkauft, die ihre Anteile 2010 auf 49,9 Prozent aufgestockt hatte. Dabei hatte Lauda einen Kredit über 40,5 Mio. Euro erhalten und vereinbart, ihn innerhalb von drei Jahren in bar oder durch die Abgabe seiner Anteile zu begleichen.

Rein formal übernimmt zunächst nicht Air Berlin selbst die Mehrheitsanteile, sondern eine österreichische Stiftung. Damit bleibt niki eine österreichische Airline, um mögliche Komplikationen bei der Neuverhandlung von Flugrechten zu verhindern. Nach dem gleichen Modell hatte bereits die deutsche Lufthansa Austrian Airlines übernommen.

Angriff auf Lufthansa

Flyniki ist für die Verluste schreibende Air Berlin ein wichtiger Ergebnisbringer. Die Airline erwartet im laufenden Jahr 4,3 Millionen Fluggäste und will bei einem Umsatz von rund 430 Mio. Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von 12 Mio. Euro erwirtschaften. Bei Air Berlin werde voraussichtlich erst 2012 wieder ein Plus zu Buche stehen, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn - "wenn alles gut geht". Im kommenden Jahr soll die Flotte um 2 auf dann 23 Flugzeuge anwachsen.

Mit dem Umbau in Wien verbindet Air Berlin auch eine Kampfansage an die Konkurrentin Lufthansa und deren defizitäre Österreich-Tochter. Mehdorn will den niki-Standort Wien zum vierten Drehkreuz für die Airline ausbauen neben Berlin, Palma de Mallorca und Düsseldorf und darüber den Verkehr nach Osten abwickeln. "Wir glauben, dass wir hier gute Chancen haben", sagte Mehdorn. Zudem verhandle niki ein Abkommen über gemeinsame Flugnummern mit dem Lufthansa-Konkurrenten Emirates.

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Quelle: n-tv.de

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