Wirtschaft
Robust - aber nicht zwangsläufig: Die Bundespräsident unter Präsident Weidmann schraubt ihre Wachstumserwartungen in die Höhe - und warnt.
Robust - aber nicht zwangsläufig: Die Bundespräsident unter Präsident Weidmann schraubt ihre Wachstumserwartungen in die Höhe - und warnt.(Foto: REUTERS)

Trotz Prognoseanhebung: Bundesbank will nicht nur loben

Die deutsche Konjunktur brummt. Und auch in den kommenden Jahren deutet vieles auf ein robustes Wachstum. Doch dass dies alles so kommt, ist keineswegs sicher. Es gibt etliche Risikofaktoren - einige sind hausgemacht.

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Die Bundesbank hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr angehoben: Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt nun um 1,9 Prozent zulegen. Das wären 0,2 Punkte mehr als bisher erwartet. Für 2015 rechnet sie laut ihrem jüngsten Bericht indes weiter mit einem Plus von 2,0 Prozent. Im Jahr darauf sollen es dann 1,8 Prozent sein. Die Inflationsrate wird - trotz Anstiegs - allerdings weiter unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von nahe zwei Prozent liegen. Überraschende Daten lieferte derweil der Außenhandel.

"Neben der sich weiter verbessernden konjunkturellen Lage der Industrieländer und der graduellen Erholung des Euroraums spricht nicht zuletzt die gestärkte deutsche Binnenwirtschaft für einen soliden Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Zugleich gab er zu bedenken, dass in der Zukunft demografisch bedingte Fachkräftemangel das Wachstum bremsen würde. So gebe es "erhebliche Unsicherheiten über den Umfang der zukünftigen Zuwanderung, die noch mobilisierbaren Reserven am heimischen Arbeitsmarkt sowie die Wirkungen des Mindestlohns und der abschlagsfreien Rente mit 63".

Energiepreise drücken Inflation

Trotz der insgesamt günstigen Aussichten warnte Weidmann davor, dass sich vor allem aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld Risiken ergeben: "Erhöhte geopolitische Spannungen oder eine erneute Zuspitzung der Krisen im Euro-Raum würden das BIP-Wachstum nicht nur über den Außenhandel, sondern auch über Vertrauenseffekte dämpfen."

Die Zahl der Arbeitslosen soll sich den Angaben zufolge in diesem und im nächsten Jahr bei rund 2,8 Millionen einpendeln. Von der guten Konjunktur profitiert auch der Fiskus. "Der deutsche Staatshaushalt könnte zudem bis 2015 in etwa ausgeglichen bleiben, im Jahr 2016 könnte ein merklicher Überschuss erreicht werden", hieß es. Dahinter stehen den Bundesbank-Ökonomen zufolge vor allem die günstige Konjunktur und weiter sinkende Zinslasten. Eine bessere Haushaltsentwicklung wird aus Sicht der Bundesbank jedoch durch finanzpolitische Maßnahmen wie das kürzlich vom Bundestag verabschiedete Rentenpaket behindert.

Mit Blick auf die Inflationsrate rechnet die Bundesbank erst 2016 wieder mit einem Wert nahe dem EZB-Ziel. Dann soll die Teuerung bei 1,9 Prozent. Für dieses und nächsten Jahr werden hingegen nur 1,1 und 1,5 Prozent prognostiziert. Allerdings spielt dabei die erwartete Entwicklung der Energiepreise eine gewisse Rolle. "Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung der Energiepreise dürfte sich bis 2016 auf mehr als 2 Prozent erhöhen", teilte die Bundesbank mit.

Trendwende bei Exporte?

Unterdessen haben sich die Ausfuhren im April auf Monatssicht deutlich erholt. Saisonbereinigt betrug das Plus 3,0 Prozent. In den beiden Monaten zuvor waren die Verkäufe ins Ausland gesunken. Dagegen erhöhten sich die Einfuhren laut dem Statistikamt auf Monatssicht lediglich um 0,1 Prozent. Damit wies der Außenhandel nach vorläufigen Ergebnissen einen saisonbereinigten Überschuss von 17,7 Milliarden Euro auf.

Auf Jahressicht gingen die Exporte indes zurück. Zwar konnte in den EU-Länder mehr abgesetzt werden. Doch sanken die Lieferungen in die sogenannten Drittländer. Die Importe legten leicht zu. Seit Jahresbeginn verzeichneten die deutschen Exporteure damit ein Plus von 2,2 Prozent. Die Einfuhren erhöhten sich um 3,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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