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Mehr als eine Milliarde Gewinn: Commerzbank zahlt erste Dividende seit 2007

Mit einer Viertelmillion neuer Privatkunden erreicht die Commerzbank nach fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn. Davon sollen auch die Anleger profitieren - erstmals seit der Finanzkrise gibt es eine Dividende. Den Aktienkurs treibt dies kräftig an.

Mit einem Milliardengewinn im Rücken zahlt die Commerzbank erstmals seit 2007 wieder eine Dividende. Der Nettogewinn der zweitgrößten deutschen Bank vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 1,06 Milliarden Euro und übertraf damit sowohl die eigenen Erwartungen als auch die Prognosen der Analysten.

"Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass unsere Strategie richtig ist und die Umsetzung erfolgreich verläuft", bilanzierte der scheidende Vorstandschef Martin Blessing. Es ist der erste Milliardengewinn seit fünf Jahren. Noch länger mussten die Aktionäre der in der Finanzkrise schwer gebeutelten Bank auf eine Dividende warten. Nun sollen 20 Cent je Aktie ausgeschüttet werden, wie Blessing bereits im Herbst versprochen hatte. Im vorbörslichen Handel notierte die Commerzbank-Aktie zehn Prozent im Plus.

Bereits fast eine Million Privatkunden gewonnen

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Für das laufende Jahr peilt die Commerzbank eine leichte Steigerung des Gewinns an, obwohl die Rückstellungen für faule Kredite wieder "moderat" anziehen dürften. 2015 waren sie um 40 Prozent auf 696 Millionen Euro gesunken. Größter Gewinntreiber war die Privatkunden-Sparte. Ihr operativer Gewinn schnellte um zwei Drittel auf 751 Millionen Euro nach oben.

Das Ziel, binnen vier Jahren bis Ende 2016 eine Million Privatkunden gewonnen zu haben, ist in Sicht: 2015 kamen 286.000 hinzu, seit Ende 2012 sind es 819.000. Mit den überwiegend mittelständischen Firmenkunden verdiente die Bank 2015 mit 1,06 Milliarden Euro 13 Prozent weniger.

Mit der Auflösung der internen "Bad Bank" NCA setzt Blessing ein Zeichen, dass er die Krise der Bank als endgültig überwunden sieht. Die Abbau-Einheit hatte ihren Bestand an Schiffs- und Immobilienkrediten sowie Staatspapieren seit Mitte 2012 um fast 100 Milliarden auf 63 Milliarden Euro reduziert. Damals hatte die Commerzbank den Ausstieg aus dem Geschäft beschlossen.

Bilanzrisiken deutlich reduziert

Allein 2015 schrumpfte der Bestand an Schiffs- und Immobilienkrediten um 13 Milliarden. Nun soll der Großteil der verbleibenden Kredite auf die Mittelstandsbank und die Privatkunden-Sparte übertragen werden. Übrig bleiben 18 Milliarden an riskanteren Engagements, davon fünf Milliarden Euro an Schiffs- und drei Milliarden an Immobilienkrediten, um die sich bis 2019 eine kleine "Asset & Capital Recovery Unit" kümmern soll. Bis zu 850 Millionen Euro Verlust hat die Bank dafür noch eingeplant.

Die Problem-Kredite hatten lange viel Kapital gebunden. Der Abbau trieb die harte Kernkapitalquote im vergangenen Jahr auf 12,0 von 9,3 Prozent, die Bilanzrisiken gingen deutlich zurück. Auch die Verschuldungsquote verbesserte sich deutlich auf 4,5 von 3,6 Prozent. "Wir haben 2015 die Risiken weiter reduziert und die Stabilität der Commerzbank deutlich erhöht", sagte Finanzchef Stephan Engels.

Quelle: n-tv.de

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