Dienstag, 24. November 2009
Russisches Lkw-Standbein: Daimler kauft Kamaz-Aktien
Der Autokonzern Daimler treibt die Aufstockung seines Anteils am russischen Lastwagen-Hersteller Kamaz voran. Gerüchten zufolge könnten die Stuttgarter bald rund 25 Prozent der Kamaz-Aktien halten.
Tief in Russlands Hinterland fertigen Kamaz-Mitarbeiter Nutzfahrzeuge der eher robusteren Bauart.
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
"Wir sind in Verhandlungen zu dem Thema", bestätigte eine Daimler-Sprecherin auf Anfrage entsprechende Marktgerüchte. Zum Stand der Gespräche und zu einem möglichen Zeitplan wollte sie sich allerdings nicht weiter äußern.
Die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" hatte zuvor berichtet, Daimler könnte weitere 15 Prozent der Anteile vom Kamaz-Hauptaktionär Troika Dialog übernehmen. Laut "Wedomosti" ist auch der russische Staatskonzern Rostechnologii, der gegenwärtig 37,8 Prozent der Kamaz-Anteile hält, an dem Aktienpaket interessiert. Daimler habe allerdings ein Vorkaufsrecht, hieß es. Die Stuttgarter waren im Dezember vergangenen Jahres mit zehn Prozent bei Kamaz eingestiegen und hatten dafür rund 190 Mio. Euro bezahlt.
Stolzer Teilnehmer der Rally Paris-Daker 2007: Hoch aufgebockt steuert Wladimir Chagin seinen Kamaz durch das südliche Portugal.
(Foto: REUTERS)
Am Morgen besiegelten die Partner zwei Joint Ventures: Fuso Kamaz Trucks Rus soll Lastwagen der japanischen Daimler-Tochter Fuso in Russland produzieren und vertreiben, bei Mercedes-Benz Trucks Vostok laufen ab dem zweiten Quartal 2010 zunächst die mittleren und schweren Mercedes-Baureihen Actros und Axor vom Band.
An beiden Gemeinschaftsunternehmen sind die Partner jeweils zur Hälfte beteiligt.
Bislang hält das Investmenthaus Troika Dialog 44,4 Prozent der Kamaz-Anteile. Im frühen Handel an der Moskauer MICEX-Börse legte die Kamaz-Aktie um rund sechs Prozent auf 74,5 Rubel (1,73 Euro) zu.
dpa
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