Freitag, 23. Oktober 2009
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Eine Chance für Quelle
Mitten in den Vorbereitungen zur Abwicklung des Versandhändlers Quelle keimt überraschend Hoffnung auf. Der Insolvenzverwalter verhandelt offenbar mit Interessenten, die Teile des Deutschlandegschäfts fortführen wollen. Nicht nur Quelle-Mitarbeiter horchen auf.
Das Konzept sei "betriebswirtschaftlich hinreichend profitabel", heißt es aus Nürnberg.
(Foto: AP)
Zwei Investorengruppen sollen dem Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg Konzepte vorgelegt haben, mit denen sie das Versandhaus weiterführen wollen - wenn auch in deutlich abgespeckter Form. Das zumindest berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Samstagsausgabe.
Die möglichen Käufer wollen Quelle mit den Sortimenten Möbel, Küchen, Haus- und Heimtextilien sowie Küchengeräte weiterführen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens.
Die Ware soll demnach wie bisher über Katalogversand, Internet und eigene Läden vertrieben werden. "Dem Vernehmen nach sieht das Konzept der Investoren vor, allein im Raum Nürnberg/Fürth 400 Quelle-Beschäftigte zu übernehmen", hieß es.
Zuletzt zählte die Quelle Deutschland GmbH bundesweit insgesamt 1500 Mitarbeiter. Wenn Insolvenzverwalter Görg den Weg frei gibt, sollen sowohl der Name "Quelle" als auch die Marken "Webschatz" für Heimtextilien und "Privileg" für Küchengeräte erhalten bleiben.
Görgs Sprecher gab dazu keinen Kommentar ab. Hingegen bestätigte der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Roland Fleck, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" die Existenz eines entsprechenden Investoren-Angebots und stufte es als erfolgsversprechend ein.
Er sprach von einem "betriebswirtschaftlich hinreichend profitablen Konzept, das ohne große Anlaufschwierigkeiten umgesetzt werden könnte". Gleichzeitig appellierte Fleck an den Insolvenzverwalter, "diesem Vorhaben eine faire Chance zu geben".
mmo
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