Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Dividende bleibt stabil: Eon schreibt historisches Minus

Die Energiewende presst die deutschen Versorger weiter tief in die roten Zahlen. Zum zweiten Mal in Folge meldet Eon ein Milliardendefizit. Einmal mehr lasten Abschreibungen und einbrechende Großhandelspreise auf dem Geschäft.

Der Energiekonzern Eon hat im vergangenen Jahr das größte Minus seiner Unternehmensgeschichte eingefahren. Angesichts von Abschreibungen und niedrigen Großhandelspreisen stand unter dem Strich ein Verlust von sieben Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Wie bereits bekannt sollen die Aktionäre anders als beim Rivalen RWE darunter aber nicht leiden: Die Dividende soll mit 50 Cent je Anteilsschein stabil bleiben. Allerdings hatte das Management bereits auf längerfristig sinkende Ausschüttungen eingestimmt.

Insgesamt summierten sich die Bruttoerlöse auf 116,3 Milliarden Euro und lag damit etwas höher als im Jahr zuvor. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag bei 4,4 Milliarden Euro und fiel etwas geringer aus als vor einem Jahr. Das Defizit indes lag übertraf den Vorjahreswert deutlich: 2014 hatte der Energieriese einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro gemeldet. Insgesamt konnten die Düsseldorfer den Stromabsatz stabil halten. Dagegen stieg der Gasverkauf um fast 50 Prozent.

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Eon befindet sich angesichts der Energiewende mit ihren Ausstieg aus der Atomkraft mitten in der Umbauphase. Kernpunkt ist die Aufspaltung des Unternehmens. Allein die Abschreibungen summierten sich um vergangenen Jahr auf fast neun Milliarden Euro. Einen Großteil der Abschreibungen hatte Eon bereits im dritten Quartal verbucht. Eon musste im vergangenen Jahr vor allem den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke weiter nach unten korrigieren. Sie bringen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld und mussten deshalb in der Bilanz neu bewertet werden. Bereinigt um Sondereffekte wie die Abschreibungen wäre der Überschuss im vergangenen Jahr stabil bei 1,6 Milliarden Euro geblieben.

Inzwischen spaltet sich Eon auf: Das Kohle- und Gasgeschäft wurde zu Jahresbeginn in eine eigene Tochtergesellschaft namens Uniper abgespalten. Eon konzentriert sich künftig auf das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, den Betrieb von Energienetzen und Dienstleistungen. Auch das Atomgeschäft verbleibt auf Druck der Politik bei Eon. Im Laufe des Jahres soll Uniper ganz von Eon abgespalten werden. Darüber muss im Juni die Hauptversammlung entscheiden. Teyssen verspricht sich davon ein klareres Profil. "Unsere operativen Stärken werden sich im Laufe des nächsten Geschäftsjahres besser entfalten können, wenn beide Unternehmen getrennte Wege gehen." Nach der Hauptversammlung soll Uniper an die Börse gehen.

Für das laufende Jahr stellte Vorstandschef Johannes Teyssen inklusive der neuen Energiegesellschaft Uniper einen Rückgang des Ebitda auf 6,0 Milliarden bis 6,5 Milliarden Euro in Aussicht. Im vergangenen Jahr hatte sich das Ebitda noch auf 7,6 Milliarden Euro summiert. Analysten hatten im Schnitt mit 7,3 Milliarden Euro gerechnet. Nach der geplanten Abspaltung werde die Prognose geringer ausfallen, hieß es.

Seine Schulden senkte Eon innerhalb des vergangenen Jahres um 5,7 Milliarden Euro auf 27,7 Milliarden Euro. Grund dafür war unter anderem der Verkauf des norwegischen Öl- und Gasfördergeschäftes. Die Veräußerung hatte allerdings zu einem Buchverlust von mehr als 1 Milliarde Euro geführt.

Quelle: n-tv.de

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