Wirtschaft
Bereits im März 2016 konfiszierte Europol eine Rekord-Menge gefälschter Lebensmittel. Dabei waren unter anderem auch 85 Tonnen Oliven, die mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung gefärbt waren.
Bereits im März 2016 konfiszierte Europol eine Rekord-Menge gefälschter Lebensmittel. Dabei waren unter anderem auch 85 Tonnen Oliven, die mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung gefärbt waren.(Foto: picture alliance / dpa)

Tonnenweise gefälschte Nahrung: Fahnder decken Mega-Betrug auf

In einer gemeinsamen Operation führen Interpol und Europol weltweit Razzien im Lebensmittelhandel durch und finden dabei Erstaunliches. In Deutschland scheinen die Fälscherbanden vor allem in einer Branche aktiv zu sein.

Bei einer gemeinsamen Razzia von Europol und Interpol sind Medienberichten zufolge Lebensmittel im Wert von 230 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Weltweit seien 10.000 Tonnen an festen Lebensmitteln sowie 26 Millionen Liter flüssige Lebensmittel konfisziert worden, heißt es in einem Bericht des ZDF. Die Razzien der Polizeibehörde Europol und der internationalen Polizeiorganisation Interpol erstreckten sich demnach von Dezember 2016 bis März 2017.

Der Einsatz namens "Opson VI" fand dem Bericht zufolge in 61 Ländern statt, darunter in 21 EU-Staaten. In Deutschland deckten die Fahnder vor allem den Betrug mit Haselnüssen auf, deren Preis in den letzten Jahren aufgrund schlechter Ernten in den wichtigen Anbaugebieten in der Türkei einen Anstieg erlebte. Die Fälscher mischten ihnen wohl deshalb günstigere Nussprodukte bei. So wurde beispielsweise eine Ladung mit 1300 Kilogramm angeblich gerösteter Haselnüsse gefunden, die aber mit Erdnüssen durchsetzt war. Dies stellt aufgrund der fehlenden Deklarierung ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Allergiker dar.

Organisierte Kriminalität

Aber auch in anderen europäischen Ländern wurden die Ermittler fündig. So fanden sie in Dänemark verschiedene Olivenöl-Sorten, die mit billigem Lampantöl gestreckt waren. Dabei handelt es sich um minderwertiges Olivenöl, das nicht für den Verzehr geeignet ist. In Italien entdeckten die Fahnder zehntausende Flaschen mit gefälschtem Mineralwasser. Darüber hinaus wurden gepanschte Weine und alte Sardinen, die neu verpackt wurden, sichergestellt.

Europol-Sprecherin Bérengère Dréno sagte, dass es sich bei den Fälschern um "organisierte Verbrecher" handle. "Lebensmittelsicherheitsbehörden haben bei ihrer Arbeit nicht unbedingt das organisierte Verbrechen im Blick und auch der Zoll und die Polizei denkt bei organisierter Kriminalität nicht unbedingt an Lebensmittel." Über den Kauf der gefälschten Produkte im Internet finanzierten die Konsumenten aber die betrügerischen Banden mit. Polizei, Zoll und Lebensmittelbehörden müssten an der Stelle noch besser zusammenarbeiten, sagte sie.

Quelle: n-tv.de

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