Wirtschaft
Die Forscher des IMK rechnen ab 2015 mit positiven Effekten des Mindestlohns für die deutsche Wirtschaft.
Die Forscher des IMK rechnen ab 2015 mit positiven Effekten des Mindestlohns für die deutsche Wirtschaft.(Foto: picture alliance / dpa)

Wirtschaft im Aufwind: Forscher prognostizieren höhere Einkommen

Mit dem IMK-Institut heben weitere Forscher ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft an. Getrieben werde der Aufschwung vor allem von der Inlandsnachfrage - und die profitieren von Mindestlohn, Rentenpaket und höheren Löhnen.

Die Deutschen kurbeln nach Ansicht des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) dank höherer Einkommen und mehr Konsum das Wirtschaftswachstum kräftig an. Die Forscher setzten daher auch ihre Wachstumsprognose für 2014 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent herauf. Für 2015 rechnen sie dann sogar mit einem Zuwachs des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,3 Prozent. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Aufschwung", konstatierten die Ökonomen.

Etwa die Hälfte des Wachstums steuerten die Verbraucher mit ihren Ausgaben bei. "Anders als im vergangenen Jahrzehnt hängt der Aufschwung nicht mehr am Außenhandel, sondern er wird wesentlich von der Inlandsnachfrage getragen", teilten die Forscher mit. Die Deutschen dürften 2014 rund 1,6 Prozent mehr konsumieren und 2015 sogar 2,4 Prozent mehr.

Höhere Einkommen durch Mindestlohn

Zugleich erwarten die Experten, dass die real verfügbaren Einkommen - also abzüglich der Inflation - in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen und im nächsten um 2,4 Prozent. Eine "nicht unerhebliche Rolle" spiele dabei ab 2015 der Mindestlohn. Die Ökonomen des zur gewerkschaftsnahen Hans-Boeckler-Stifung gehörenden Instituts schätzen, dass der direkte Effekt auf die Bruttolohnsumme insgesamt etwa ein Prozent betragen dürfte. Außerdem erwarten sie, dass sich das Rentenpaket der Bundesregierung positiv auf die Einkommen auswirken werde.

Mit ihrer nach oben korrigierten Wachstums-Prognose reihen sich die IMK-Ökonomen ein in einen Chor von Wirtschaftsforschern, die ihre Prognosen in der jüngsten Zeit aufwärts revidiert oder auf hohem Niveau bestätigt haben - darunter das Berliner DIW, das Münchner Ifo, das IWH aus Halle und das Essener RWI. Allerdings bewerten diese vier Institute die Auswirkungen von Mindestlohn und Rentenpaket anders als die Forscher des IMK.

Forschern warnen vor Deflation

Nicht nur die Verbraucher, auch Unternehmen geben nach langer Durststrecke wieder mehr Geld aus, wie die IMK-Forscher sagten. Die Ausgaben für Maschinen und Anlagen würden 2014 um knapp acht Prozent steigen und 2015 um fast zehn Prozent. In der Folge dürfte die Zahl der Erwerbstätigen um 300.000 und im nächsten Jahr um weitere 240.000 steigen. Zugleich werde die Zahl der Arbeitslosen bis auf gut 2,8 Millionen im Jahresschnitt 2015 sinken.

Das IMK warnt aber auch vor Risiken: "Sollten sich die europäischen Krisenländer wirtschaftlich nicht erholen, droht ein Vertrauensverlust mit erheblichen Auswirkungen auf das Investitionsverhalten der Unternehmen." Eine weitere Gefahrenquelle sei nach wie vor die Deflation, also Tendenzen eines Preisverfalls auf breiter Front im Euroraum.

Quelle: n-tv.de

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