Wirtschaft

Sorgenfalten im Reich der Mitte: Industrie befindet sich auf Talfahrt

Kann China sein diesjähriges Wachstumsziel von sieben Prozent überhaupt erreichen? Die Vorzeichen stehen schlecht. Die Industrie schwächelt, der Einkaufsmanagerindex befindet sich unter der Wachstumsschwelle.

Produktion im VW-Werk in Nanjing.
Produktion im VW-Werk in Nanjing.(Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesische Industrie hat sich im April so schwach entwickelt wie seit einem Jahr nicht. Der von der Bank HSBC erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank auf 49,2 von einem bereits schwachen Niveau im März, als der Index bei 49,6 lag. Der Index liegt damit nun noch deutlicher unter der Schwelle von 50,0. Erst Werte darüber deuten auf eine Expansion der Wirtschaft hin.

Damit mehren sich die Anzeichen, dass die chinesische Wirtschaft insgesamt abkühlt. Nach einem bereits trüben ersten Quartal deuten die neuen Daten nun auch daraufhin, dass der Start in das zweite Quartal schwach ausfällt. Damit könnte es für die Volksrepublik noch schwieriger werden, das Wachstumsziel von 7 Prozent dieses Jahr zu erreichen.

"Das Umfeld im verarbeitenden Gewerbe ist den zweiten Monat in Folge leicht gesunken", erklärte HSBC-Ökonom Qu Hongbin. Die Nachfrage sei schwach gewesen und der Deflationsdruck stärker, so der Ökonom. Sowohl die Kosten für Rohstoffe und Maschinen als auch die gesamten Erzeugerpreise seien schneller gesunken.

Der Einkaufsmanagerindex ist ein viel beachtetes Konjunkturbarometer für die gesamtwirtschaftliche Lage. Für den Index werden Manager, die für ihre Unternehmen im Einkauf tätig sind, zur aktuellen Geschäftslage ihrer Betriebe befragt. Dabei werden wichtige Kenngrößen wie Auftragslage, Produktion, Exportaufträge, Beschäftigung und Einkaufspreise erhoben.

Quelle: n-tv.de

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