Antragsprozedur umständlichKrisenfonds wird ignoriert
Nur eine geringe Inanspruchnahme erfährt der Deutschlandfonds für Krisenhilfen. Firmen beklagen einen zu hohen Aufwand bei der Antragstellung.
Der Deutschlandfonds für Krisenhilfen wird einem Bericht zufolge von den Unternehmen kaum in Anspruch genommen. Bis Ende Mai 2010 wurden 12,8 Milliarden Euro bewilligt, davon 7,6 Milliarden als Kredit und 5,2 Milliarden als Bürgschaften, berichtete die "WirtschaftsWoche".
Verantwortlich für die geringe Inanspruchnahme des 115 Milliarden schweren Fonds, der Anfang 2009 zur Bekämpfung einer drohenden Kreditklemme eingerichtet wurde, seien ein zu hoher Aufwand für Antragsteller und zu langwierige Bewilligungen. Dies gehe aus einer internen Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.
Inzwischen steige die Zahl der zurückgezogenen Anträge stärker als die Zahl der neuen Anträge; bei kleinen und mittleren Bürgschaften betrage die Rücknahmequote fast ein Fünftel aller Anträge. Trotz aller Kritik gebe es jedoch Bestrebungen, den Wirtschaftsfonds über die ursprünglich vorgesehene Laufzeit bis Ende 2010 hinaus beizubehalten, berichtete das Magazin unter Berufung auf Teilnehmer der jüngsten Sitzung des Bund-Länder-Ausschusses.
Der Fonds richtet sich an Unternehmen, die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in Probleme geraten sind. 75 Milliarden Euro sind für Bürgschaften reserviert, 40 Milliarden Euro für Kreditprogramme über die Staatsbank KfW. Die Federführung liegt beim Bundeswirtschaftsministerium.