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Vom Kanzleramt zur Bahn: Roland Pofalla.
Vom Kanzleramt zur Bahn: Roland Pofalla.(Foto: picture alliance / dpa)

Umstrittene Personalie: Pofalla geht zur Bahn

Jetzt ist es offiziell: Der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla arbeitet bald für die Deutsche Bahn. Der CDU-Politiker wird zunächst Generalbevollmächtigter. Später soll er in den Vorstand aufrücken.

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Der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla wird Anfang kommenden Jahres Generalbevollmächtigter der Deutschen Bahn für politische und internationale Beziehungen. Das teilte das Unternehmen nach der Sitzung des Aufsichtsrates mit. Dieser nehme die Entscheidung des Vorstands "zur Kenntnis" - seine Zustimmung war nicht erforderlich, da es sich nicht um einen Vorstandsposten handelt.

Der 55-jährige Pofalla wird ab 1. Januar 2015 die neue Abteilung Wirtschaft, Politik und Regulierung der Bahn leiten, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Jurist sei in dieser Funktion für die internationalen Beziehungen zuständig, ein Schwerpunkt sei die EU in Brüssel. Zudem sollen die Konzernbevollmächtigten der Bundesländer an Pofalla berichten. Er wiederum berichtet direkt an Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Pofalla soll Vorstand werden

Die Bahn und Pofalla hätten sich "bewusst" für eine Karenzzeit von zwölf Monaten beim Wechsel von der Politik in die Wirtschaft entschieden, erklärte die Bahn. In einem zweiten Schritt sei geplant, Pofalla doch noch zum Vorstandsmitglied zu machen. Dann soll er ein Ressort leiten, in dem die Bereiche gute Unternehmensführung, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit zusammengefasst werden sollen. Dafür werde der Vorstand den Aufsichtsrat rechtzeitig um Zustimmung bitten, kündigte das Unternehmen an.

Pofalla hatte im Dezember angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen, und gab für seine Entscheidung familiäre Gründe an. Seit Anfang des Jahres wurde darüber spekuliert, dass der CDU-Politiker zur Bahn wechseln könne und dort unter anderem die Kontakte zur Politik verantworten soll. Dies hatte zu einer Diskussion über kurzfristige Wechsel von Politikern zu Wirtschaftsunternehmen geführt. Eine gesetzlich vorgeschriebene Karenzzeit gibt es nicht.

Quelle: n-tv.de

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