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"Ein Tag, auf den wir uns freuen": Yellen beschwört baldige Zinswende

Lange war sie erwartet und dann wieder abgeblasen worden: die erste US-Leitzinserhöhung seit Jahren. Doch jetzt ist Fed-Chefin Janet Yellen sich sicher, dass sie bald kommt - und dass die Marktteilnehmer froh darüber sein sollten.

Zwei Wochen vor einer womöglich historischen Zinsentscheidung in den USA hat Fed-Chefin Janet Yellen die Märkte weiter auf eine sanfte Straffung der Geldpolitik eingestimmt. Unter dem Strich entsprächen die Konjunkturdaten seit der Oktobersitzung den Erwartungen der US-Zentralbank für eine anhaltende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt, sagte sie. Eine anhaltende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt stärke wiederum die Zuversicht der Notenbanker, dass sich die Inflation mittelfristig dem 2-Prozent-Ziel der Fed annähere. Beide Faktoren, eine Annäherung an das Inflationsziel und eine weitere Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt, hatten die Währungshüter zur Vorbedingung für eine Anhebung der Zinsen gemacht.

Yellen warnte laut vorbereitetem Redetext, dass ein Aufschub beim Einläuten der Zinswende sich nachteilig auf die US-Konjunktur auswirken könne. Wenn eine Normalisierung der Geldpolitik zu lange hinausgezögert werde, müsse die Geldpolitik womöglich abrupt gestrafft werden, was wiederum zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führen und vielleicht sogar den ungewollten Effekt haben könne, die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Zudem könne die Risikobereitschaft übermäßig zunehmen, wenn die Federal Funds Rate zu lange auf dem derzeitigen Niveau belassen werde, und dadurch die Finanzstabilität gefährdet sein. Yellen betonte abermals ihre Erwartung, dass die Zinsen nur schrittweise angehoben würden.

Die Fed hat ihren kurzfristigen Zins seit sieben Jahren nahe Null belassen. Wenn der Leitzins nun angehoben würde, wäre das ein Zeichen, wie stark sich die Wirtschaft seit der Finanzkrise in Richtung Erholung bewegt habe, sagte Yellen: "So gesehen ist es ein Tag, auf den wir uns, wie ich meine, alle freuen."

Am Freitag kommen in den USA die Zahlen für das Beschäftigungswachstum und die Arbeitslosigkeit im November, bevor die Notenbanker sich dann zu einer Entscheidungsfindung zurückziehen. Auf dem Terminmarkt wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten inzwischen bei 75 Prozent gesehen.

Quelle: n-tv.de

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