Der Sport-Tag

Kahn: Bundestrainer-Debatte führt "am Kern vorbei"

00:00 / 01:42
01.07.2026 | 20:16 Uhr

Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft die Debatte um einen neuen Bundestrainer kritisiert. Für den 57-Jährigen führe die Diskussion "am Kern vorbei", das Problem liege aus seiner Sicht bei den Spielern. Diese, so schrieb Kahn bei LinkedIn, müssten mehr Verantwortung übernehmen. "Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert", schrieb Kahn und nahm Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann in Schutz: "Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, liegt die Ursache tiefer."

Oliver Bierhoff fordert Klopp als Bundestrainer

Video poster

Für Kahn liegt die Ursache in der fehlenden Verantwortungsübernahme der Spieler, die früh geprägt werden müsse: "Wer als junger Spieler immer wieder lernt, schwierige Entscheidungen zu treffen, Fehler auszuhalten und trotzdem den nächsten Ball zu fordern, entwickelt genau das, was große Turniere entscheidet", schrieb Kahn: "Wer das nie gelernt hat, wird es im Nationaltrikot nicht plötzlich beherrschen." Das Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay sei das perfekte Beispiel gewesen: "Eine Spitzenmannschaft sucht in diesem Augenblick keine Freiwilligen. Sie hat Spieler, die den Ball verlangen."

"Wir wollen Weltklasse möglichst ohne maximalen Druck. Außergewöhnliche Ergebnisse möglichst ohne Verzicht", schrieb Kahn weiter und kritisierte auch die Organisationsebene: "Dort wird Verantwortung nicht dem Zufall überlassen. Dort wird sie eingeübt, vorgelebt und zur Gewohnheit gemacht. Dort ist Leistung wichtiger als Status, der Anspruch größer als die Bequemlichkeit und die Mannschaft wichtiger als das Ego des Einzelnen."

Verwendete Quelle: ntv.de