Panorama

Belgischer Missbrauchsskandal Kardinal bereut Schweigen

Ein Bischof, der über Jahre seinen Neffen missbraucht und ein Kardinal, der davon weiß, aber nichts sagt. Kardinal Daneels tut sein Verhalten jedenfalls rückblickend leid.

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Kardinal Danneels ist inzwischen im Ruhestand.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Belgien hat Kardinal Godfried Danneels erstmals Fehler bei der Aufdeckung eines Falls eingeräumt. "Ich hätte die Abberufung des Bischofs Vangheluwe verlangen müssen", sagte der 77-Jährige in einem Interview mit "La libre Belgique" und zwei weiteren belgischen Zeitungen.

Die belgische Justiz ermittelt derzeit, ob der frühere Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz in den vergangenen Jahren über Missbrauchsvorwürfe gegen Priester Bescheid wusste und entsprechende Erkenntnisse geheimgehalten hat.

Im April war der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, wegen des sexuellen Missbrauchs seines Neffen zurückgetreten. Der 74-Jährige hatte eingeräumt, sich vor rund 25 Jahren wiederholt an dem Jungen vergangen zu haben - auch, als er bereits Bischof war. Mit einer heimlich gemachten Tonbandaufnahme konnte das Missbrauchsopfer belegen, dass Danneels darum gebeten hatte, dem Bischof zu verzeihen oder aber zumindest bis zu dessen Pensionierung zu schweigen.

"Ich gebe zu, dass ich mehr hätte tun können", sagte Danneels in dem Interview. "Keine Minute vergeht, ohne dass ich an die Tragödie des Opfers denke." Danneels war im Januar dieses Jahres aus Altersgründen von seinem Amt als Bischof von Mecheln-Brüssel zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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