Panorama

Beweise gegen Christian B. Maddie-Ermittler suchen intensiv nach Leiche

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An den bisher bekannten Wohnorten sind die Ermittler noch nicht fündig geworden.

(Foto: dpa)

Die deutsche Polizei konzentriert sich bei ihren Ermittlungen im Fall Maddie offenbar auf die Suche nach den sterblichen Überresten des Kindes. Ein möglicher Leichenfund ist demnach entscheidend für die Beweislage gegen den Tatverdächtigen Christian B.

Die deutschen Behörden haben Beweise, dass Madeleine McCann tot ist, aber nicht genug, um den Tatverdächtigen Christian B. zweifelsfrei zu überführen. Das sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters dem britischen Sender "SkyNews". Wolter bat deshalb ausdrücklich britische Staatsbürger um ihre Mithilfe.

Er betonte außerdem erneut, dass die deutschen Ermittler überzeugt sind, dass B. Maddie getötet hat. Es fehlten allerdings die "harten Beweise", die nötig seien, um ihn für die Tat vor Gericht zu stellen. "Deshalb brauchen wir mehr Informationen von Menschen, insbesondere von Orten, an denen er gelebt hat, damit wir diese Orte genau untersuchen und dort nach Madeleine suchen können." Besonders wandte sich Wolters an britische Touristen, die zwischen 1995 und 2007 in Praia da Luz waren.

Im Zentrum der deutschen Ermittlungen stehen demnach Überlegungen, die verschiedenen Häuser und Wohnorte des tatverdächtigen 43-jährigen Deutschen in Portugal zu ermitteln. Dort soll dann gezielt nach Maddies sterblichen Überresten gesucht werden. Wolters zeigte sich außerdem überzeugt, dass es noch mehr Menschen gibt, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch B. geworden sind. Diese Personen werden gebeten, sich bei den Behörden zu melden. "Grundsätzlich brauchen wir alle Informationen aus dieser Zeit. Wo lebte er, wo arbeitete er, zu welchen Orten hatte er eine besondere Beziehung, wer waren seine Freunde und die Menschen, die er kannte", sagte Wolters. "Wer kann uns sagen, wie das Leben des Verdächtigen aussah, wo war er mit seinen Autos, wer war in seinen Häusern und kann uns sagen, wie sie von innen aussahen."

Verstörende Aussagen

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge soll B. in einem Gespräch über das verschwundene britische Mädchen "ausgeflippt" sein. Eine Bekannte berichtete dem Blatt, dass er gerufen habe: "Das Kind ist jetzt tot, und das ist gut so." Außerdem habe B. gesagt, dass es leicht sei, einen Menschen verschwinden zu lassen. "Schweine fressen auch menschliches Fleisch", habe er gesagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Christian B. im Fall Maddie wegen Mordverdachts. Er sitzt wegen einer anderen Straftat in Kiel in Haft.

Madeleine McCann verschwand 2007 in einem Familienurlaub mit ihren Eltern und Geschwistern in Praia de Luz. Trotz intensiver Suche wurde ihre Leiche nie gefunden. Seit die BKA-Ermittler ihren Tatverdächtigen benannt haben, sind dort Hunderte neue Hinweise eingegangen, deren Abarbeitung Wochen, wenn nicht Monate in Anspruch nehmen werde. Der britische Scotland Yard geht trotz der neuen Entwicklungen weiter von einem Vermisstenfall aus. "Es gibt keinen endgültigen Beweis, dass Madeleine noch lebt oder tot ist", so ein Polizeisprecher in London.

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Quelle: ntv.de, sba

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