Panorama

"Küken-Killer vom Weiher" Offenbach will Problem-Wels beseitigen

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Das ist nicht der Problem-Wels, sondern ein Artgenosse aus Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern).

(Foto: dpa)

Ein Wels, der Küken frisst, beschäftigt die Stadt Offenbach seit geraumer Zeit. Nun sollen Berufsfischer dem Räuber zu Leibe rücken, der in einem Weiher bereits auch alle Fische verspeist hat.

Der Wels, der in einem Offenbacher Weiher artgeschützte Küken frisst, soll nun aus dem Gewässer geholt werden. Die hessische Stadt teilte mit, die Entscheidung sei gefallen, Berufsfischer mit der Beseitigung des Tieres zu beauftragen. Einen Termin für das mögliche Ende des Fisches gibt es nach Angaben der Stadt noch nicht.

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Die Idylle trügt: In diesem Weiher treibt der Wels sein Unwesen.

(Foto: dpa)

Nach einem Bericht der "Offenbach-Post" wollte zunächst ein Angelsportverein im Auftrag der Stadt Jagd auf den "Problem-Wels" machen. Nach Protesten von Tierschützern seien die Hobby-Angler aber von ihrer Zusage zurückgetreten. Es habe Ankündigungen gegeben, die Angler zu behindern und zu demonstrieren. "Da gab es regelrechte Hasstiraden gegen uns", zitiert die Zeitung ein Vereinsmitglied.

Das rund 1,5 Meter lange Tier hat im sogenannten Sommerloch Bekanntheit erlangt, weil es im Weiher im Dreieichpark artgeschützte Enten- und Hühnerküken frisst. Zuvor hatte der Wels alle Fische im Weiher verspeist. Nun droht er zu verhungern, außerdem ist der kleine Teich mit Springbrunnen nach Angaben von Experten kein geeigneter Lebensraum für ihn. Nach Angaben von Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer sind keine weiteren Artgenossen des Welses im Weiher. "Er war schon immer einsam und hungrig."

Wie das große Tier in den eigentlich viel zu kleinen Weiher in der Nähe einer Schule geraten ist, sei unklar. Eine Theorie: Enten brachten ihn als Laich an ihren Flossen von einem anderen Gewässer mit. Damit holten sich die Vögel ihren Feind wahrscheinlich selbst ins Haus: Denn nachdem alle Fische gefressen waren, vergriff sich der Wels an den Küken von Stockenten und Teichhühnern.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa