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Keine Beweise für Mangs' Schuld Verteidiger wollen Freispruch

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Schusssicheres Glas sichert Mangs (im weißen Hemd) vor den Besuchern des Gerichts ab.

picture alliance / dpa

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen schwedischen Heckenschützen fordert die Verteidigung Freispruch wegen Mangels an Beweisen. "Vielleicht habe der Serientäter niemals existiert", so die Verteidiger. Das Gegenteil könne momentan nicht bewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft will den Mann lebenslänglich hinter Gitter bringen.

Im Fall des mutmaßlichen Heckenschützen von Malmö haben dessen Verteidiger die Freilassung für ihren Mandanten beantragt. Der gesuchte Serienschütze habe "vielleicht niemals existiert", auf jeden Fall sei nicht bewiesen, dass es sich um den 40-jährigen Angeklagten handele, erklärte der Verteidiger Douglas Norking.

Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, dass sie eine lebenslange Haftstrafe für Peter Mangs beantragen wolle. Allerdings solle zunächst abgewartet werden, ob das Gericht im südschwedischen Malmö ein Gutachten zur geistigen Verfassung des Angeklagten in Auftrag gebe und was dieses gegebenenfalls ergebe. Die Entscheidung des Gerichts wird ab Ende der Woche erwartet.

Der im November 2010 festgenommene Mangs muss sich seit Mitte Mai wegen teils tödlicher Schüsse auf Einwanderer vor Gericht verantworten. Ihm werden drei Morde und zwölf Mordversuche vorgeworfen, die in den Jahren 2003 bis 2009 in Malmö verübt wurden. Laut Anklage soll Mangs im Jahr 2003 zwei Einwanderer getötet haben. Im Jahr 2009 soll er zudem eine Schwedin erschossen haben, die in einem Auto neben einem Einwanderer saß.

Motive bleiben weiter im Dunkeln

Zudem wird Mangs verdächtigt, in zwölf weiteren Fällen mit einer halbautomatischen Pistole auf Menschen geschossen und mehrere Opfer schwer verletzt zu haben. Mangs weist die Vorwürfe zurück. Laut Staatsanwaltschaft liegen jedoch zahlreiche Beweise und Zeugenaussagen vor, die ihn schwer belasten. Die Motive des mutmaßlichen Heckenschützen sind dagegen bislang unklar. Die Ermittler vermuten einen rassistischen Hintergrund.

Der Fall erregte in Schweden auch starkes Aufsehen, weil der mutmaßliche Heckenschütze über sieben Jahre unerkannt bleiben konnte. Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat Mangs einen "Gesinnungsgenossen" beim "Kampf" gegen islamische Zuwanderung genannt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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