Politik

PR-Gau der Klimaaktivistin? Greta Thunberg reist im ICE Erster Klasse

Reisen in überfüllten Zügen? Da fühlen sich viele deutsche Bahnkritiker von Klimaaktivistin Greta Thunberg gleich richtig abgeholt. Allerdings hat die Geschichte einen Haken. Nach Angaben der Bahn saß Greta mit rundum Service in der Ersten Klasse. Doch Greta kann alles erklären.

Ganz so unbequem war die Heimfahrt mit dem ICE durch Deutschland dann wohl doch nicht: Nach Angaben der Deutschen Bahn ist Klimaaktivistin Greta Thunberg am Samstag mit Sitzplatz in der Ersten Klasse gereist. Zuvor hatte die 16-Jährige - auf dem Rückweg vom Klimagipfel in Madrid in ihre schwedische Heimat -  auf Twitter ein Bild veröffentlicht, das sie mit viel Gepäck auf dem Boden eines ICE zeigt. "Reisen in überfüllten Zügen durch Deutschland", schrieb sie dazu und suggerierte damit, sie hätte bei ihrer Reise auf dem Boden sitzen müssen.

Viele Nutzer auf Twitter nutzten Thunbergs Botschaft als Steilvorlage, um die Bahn mit Spott und Häme zu überschütten. Der Konzern konterte die Kritik am Tag danach mit den Worten: "Wir wünschen Greta eine gute Heimfahrt. Und arbeiten weiter hart an mehr Zügen, Verbindungen und Sitzplätzen."

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Greta Thunberg, hier bei ihrem Auftritt beim UN-Klimagipfel in Madrid.

(Foto: imago images/alterphotos)

Am Sonntagmittag ergänzte das Unternehmen lakonisch: "Liebe #Greta, danke, dass Du uns Eisenbahner im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt! Wir haben uns gefreut, dass Du am Samstag mit uns im ICE 74 unterwegs warst. Und das mit 100 Prozent Ökostrom. Noch schöner wäre es gewesen, wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist."

Eine 33-Jährige, die in demselben Zug unterwegs war, bestätigte n-tv.de die Angaben der Bahn. "Ich habe Greta Thunberg und ihren Vater gestern im ICE 74 in der ersten Klasse gesehen. Ich selbst saß im Abteil neben den Schaffnern und habe mitbekommen, wie sehr man sich dort um Greta persönlich bemüht hat. Man hat ihr Schokolade gebracht und Kaffee angeboten", schrieb die junge Frau auf Instagram. Wegen ihres quengeligen Babys sei sie zwischen Frankfurt und Hamburg einige Male den Zug auf und abgelaufen und habe gesehen, dass Greta mit ihrem Vater in Wagen 14 an einem Tisch saß.

Greta: "Überfüllte Züge ein gutes Zeichen"

Auf Twitter erläuterte Thunberg, wie ihre Reise tatsächlich abgelaufen war. "Unser Zug aus Basel wurde aus dem Verkehr gezogen. Also saßen wir in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden. Nach Göttingen bekam ich einen Sitzplatz. Das ist natürlich kein Problem und ich habe auch nie gesagt, dass es eins sei." Greta fügte noch hinzu, dass überfüllte Züge ein gutes Zeichen seien. "Es bedeutet, dass die Nachfrage nach Zugreisen hoch ist."

Unklar ist allerdings weiterhin, ob die Schwedin eine Sitzplatzreservierung hatte oder ob die Deutsche Bahn ihr den Platz in der Ersten Klasse nachträglich angeboten hatte. Thunberg lehnt es aus Klimagründen ab zu fliegen. Zum Weltklimagipfel ist sie zweimal über den Atlantik gesegelt.

Quelle: ntv.de, mau