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Diplomat aus Nordkorea reist in USA Hoffnung auf Atomgespräche

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In Seoul protestieren Koreaner für einen Abzug der US-Truppen von der Halbinsel und eine Wiedervereinigung der Koreas.

AP

Auch für Beobachter kam die Nachricht überraschend, dass Nord- und Südkorea Gespräche über die atomare Abrüstung führen. Nun hoffen die USA auf eine Fortsetzung des Dialogs und der Sechs-Länder-Gespräche. Dazu soll ein hochrangiger Diplomat aus Pjöngjang nach New York reisen.

Die Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea zur atomaren Abrüstung ist international auf Zustimmung gestoßen. Südkorea, die USA, Japan und China begrüßten Nordkoreas Dialogbereitschaft und forderten konkrete Maßnahmen zur Fortsetzung der Atomgespräche. Die USA luden einen ranghohen Gesandten Pjöngjangs zu weiteren Verhandlungen Ende der Woche nach New York ein.

Die Atom-Unterhändler Südkoreas und Nordkoreas, Wi Sung Lac und Ri Yong Ho, hatten sich am Freitag am Rande des Treffens der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN auf der indonesischen Ferieninsel Bali erstmals seit Ende 2008 zu einem mehr als zweistündigen Gespräch getroffen.

Der südkoreanische Vertreter beschrieb das Treffen später als "sehr konstruktiv und nützlich". Am Samstag trafen sich der südkoreanische Außenminister Kim Sung Hwan und sein nordkoreanischer Kollege Pak Ui Chun am Rande des Treffens ebenfalls zu einem kurzen Gespräch, wiedie südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

"Ermutigende" Gespräche

US-Außenministerin Hillary Clinton nannte die Gespräche "ermutigend". Zur Wiederaufnahme der internationalen Verhandlungen zu Nordkoreas Atomprogramm im Rahmen der Sechs-Länder- Gespräche müsse die Führung in Pjöngjang allerdings "Schritte zur Verbesserung des Verhältnisses" zum Süden unternehmen.

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Derweil veröffentlicht Nordkorea ein Bild von Machthaber Kim Jong Il, der seine Stimme bei Regional- und Kommunalwahlen abgibt.

(Foto: REUTERS)

Der stellvertretende nordkoreanische Außenminister und frühere Atom-Unterhändler Kim Kye Gwan werde Ende der Woche in die USA reisen, kündigte Clinton nach ihrer Teilnahme am ASEAN-Treffen an. Kim werde bei seinem Besuch in New York mit verschiedenen US-Beamten zusammentreffen, um die notwendigen Schritte hinsichtlich der Wiederaufnahme der Sechsergespräche zu erörtern.

Nordkorea hatte die Sechs-Länder- Gespräche über sein Atomprogramm im April 2009 abgebrochen. Einen Monat später testete das Land nach eigenen Angaben zum zweiten Mal eine Atombombe. In den vergangenen Monaten erklärte sich Pjöngjang aber wiederholt bereit, zu den Sechser- Gesprächen mit den USA, China, Russland, Japan und Südkorea zurückzukehren. Am Freitag hatte Nordkoreas Unterhändler Ri nach dem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen erklärt, beide Seiten wollten "gemeinsame Anstrengungen" unternehmen, um die Sechs-Länder- Gespräche so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Nur der Anfang eines Dialogs

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die Außenminister der USA, Japans und Südkoreas aber, zunächst müsse die Frage des nordkoreanischen Programms zur Urananreicherung geklärt werden. Die Gesprächein Bali könnten zudem nur der Anfang eines "ehrlichen und konstruktiven Dialogs" zwischen Seoul und Pjöngjang sein. Nordkorea hatte im November 2010 US-Experten eine neue Anlage zur Anreicherung von Uran gezeigt. Die USA befürchten, dass das Uran für den Bau von Atombomben angereichert werden soll, was Nordkorea bestreitet.

China hatte im März erklärt, dass die Frage der Urananreicherung im Rahmen der Sechser- Gespräche diskutiert werden müsse. Der chinesische Außenminister Yang Jiechi begrüßte das Treffen der Unterhändler Süd- und Nordkoreas und erklärte, er hoffe, dass die Sechser- Gespräche "so schnell wie möglich" wieder aufgenommen werden könnten.

Quelle: n-tv.de, AFP

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