Politik

Krieg gegen Herero und Nama Linke stellt Völkermord-Antrag

Zehntausende Afrikaner kamen beim Krieg des Deutschen Reichs gegen Herero und Nama ums Leben. Als Völkermord hat die Bundesrepublik diesen Vernichtungsfeldzug nie anerkannt. Das soll sich nun ändern, fordert die Linke im Bundestag.

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Überlebende Herero nach ihrer Flucht durch die Omaheke, eine trockene Savannenlandschaft im Osten Namibias.

(Foto: Ullstein Bilderdienst / wikimedia)

Die Fraktion der Linken hat im Bundestag beantragt, den Krieg des Deutschen Reichs gegen die namibischen Völker der Herero, Nama, Damara und San als Völkermord anzuerkennen. "Wir sind uns der Tragweite dieses Antrags bewusst und es ist ein gewichtiger Schritt für Deutschland", sagte der Linken-Abgeordnete Niema Movassat, "aber es führt kein Weg daran vorbei."

Die Menschen in Namibia hätten "schon zu lange auf diese notwendige Geste der Versöhnung gewartet", so Movassat weiter. "Da die Bundesregierungen der Vergangenheit versagt haben, muss der Bundestag diese Frage in die eigenen Hände nehmen."

Die deutsche Kolonialmacht führte zwischen 1904 und 1908 Krieg gegen die Herero, Nama und andere Volksstämme im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Zehntausende Afrikaner kamen dabei ums Leben. Deutschland hat sich stets geweigert, diesen Krieg als Völkermord anzuerkennen. Stattdessen bekennt sich die Bundesregierung "zu der historischen und moralischen Verantwortung gegenüber Namibia".

Im vergangenen Jahr waren 20 Schädel von der Berliner Universitätsklinik Charité an eine hochrangige Delegation aus Namibia übergeben worden. Diese Schädel waren Anfang des 20. Jahrhunderts als Trophäen und zu Forschungszwecken aus Südwestafrika nach Deutschland gebracht worden. Den Auftritt von Außen-Staatssekretärin Cornelia Pieper bei der Übergabefeier hatte Movassat als "einfach nur peinlich" bezeichnet.

Über den Antrag der Linken soll am 22. März - einen Tag nach dem namibischen Unabhängigkeitstag am 21. März - im Bundestag abgestimmt werden. Dass er eine Mehrheit bekommt, ist unwahrscheinlich. Bislang wird die Initiative von keiner anderen Fraktion unterstützt.

Quelle: n-tv.de, hvo

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