Politik

Rückbesinnung auf christliche Wurzeln Papst in Santiago de Compostela

Tausende Menschen begrüßen Papst Benedikt XVI. zum Auftakt seiner zweitägigen Spanien-Reise im Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Viele Gläubige empfangen ihn mit brennenden Kerzen, christlichen Gesängen und dem Ruf "Lang lebe der Papst!". Der Pontifex erinnert in einer ersten Ansprache an die christlichen Wurzeln Europas.

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Kronprinz Felipe begrüßt den deutschen Papst bei dessen Ankunft in Spanien.

(Foto: dpa)

Papst Benedikt XVI. ist zu einem knapp zweitägigen Spanien-Besuch in Santiago de Compostela eingetroffen. Er mahnte gleich bei der Begrüßung auf dem Flughafen des Wallfahrtsortes eine Rückbesinnung nicht nur Spaniens, sondern ganz Europas auf seine christlichen Wurzeln an. Man solle sich nicht allein um die materiellen Bedürfnisse der Menschen Sorgen machen, "sondern auch um die moralischen und sozialen Werte sowie um die spirituellen und religiösen Anliegen kümmern", forderte Benedikt.

Der 83-jährige Joseph Ratzinger war von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia begrüßt worden. Längs der Straße vom Flughafen zur Kathedrale der Stadt im Nordwesten des Landes feierten Tausende von Gläubigen das Oberhaupt der katholischen Kirche. Mit dem Besuch der Pilgerstätte reihte sich der Papst unter all jene ein, die im Laufe der Jahrhunderte bereits nach Santiago de Compostela gekommen waren.

Frischzellenkur für den Glauben

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Zur Kathedrale fuhr Benedikt XVI. im "Papamobil".

(Foto: dpa)

Um eine Erneuerung des Glaubens in der verweltlichten Gesellschaft gehe es ihm, so hatte der Papst auf dem Flug nach Spanien zu einer gewünschten "Neuevangelisierung" des Westens gesagt. Eine Begegnung und nicht Kampf mit dem Laizismus seien für den Glauben notwendig. Kritisch ging Benedikt auf Spanien ein, da sich dort ein "starker und aggressiver" Säkularismus und anti-klerikales Denken entwickelt hätten. Er erinnerte dabei an die 1930er Jahre, in denen Katholiken - vor und während des Spanischen Bürgerkrieges - verfolgt worden waren.

"Pilgern heißt nicht einfach irgendeinen Ort aufsuchen, um seine Naturschönheiten, Kunstschätze oder seine Geschichte zu bewundern", sprach er sich in der Kathedrale dafür aus, Pilgern nicht als eine Art beliebte Freizeitbeschäftigung zu sehen, sondern als religiösen Akt: "Pilgern bedeutet vielmehr, aus uns herauszutreten, um Gott dort zu begegnen, wo er sich offenbart hat, wo sich die göttliche Gnade mit besonderem Glanz gezeigt hat und unter den Gläubigen überaus große Früchte der Bekehrung und Heiligkeit hervorgebracht hat."

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Die "Sagrada Familia" gilt als höchst prägnantes Zeugnis christlicher Kultur.

(Foto: dpa)

Das Kirchenoberhaupt hatte die zwölf Kilometer lange Strecke zur Kathedrale im "Papamobil" zurückgelegt und wollte auf einem Platz vor der Kirche noch eine Messe feiern. Das Gotteshaus ist Ziel der Pilger - und damit auch das des Papstes - auf dem Jakobsweg. Dort soll sich das Grab des Apostels Jakob, des Schutzheiligen Spaniens, befinden.

Als "Bote und Zeuge des Evangeliums" wollte Benedikt später nach Barcelona fliegen. Dort ist für Sonntag ein Gottesdienst in der Sagrada Familia geplant. Die monumentale Kirche, an der seit 128 Jahren gebaut wird, sollte von Benedikt XVI. geweiht und offiziell zur Basilika erhoben werden. Dieses Werk des Architekten Antoni Gaudí (1852-1926) gilt als der bedeutendste Kirchenneubau unserer Zeit.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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