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Gasförderung gefährdet Trinkwasser SPD pocht auf Fracking-Gesetz

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In den USA boomt das Geschäft mit der Fracking-Methode - trotz Bedenken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gasvorkommen werden immer knapper. Doch eine Fördermethode namens Fracking ermöglicht es, selbst Vorkommen aus tiefen Gesteinsschichten abzuschöpfen. Nur birgt die Methode ein Risiko: Beim Fracking kommen Chemikalien zum Einsatz, die das Trinkwasser verseuchen könnten. Die SPD dringt nun auf deren Verbot.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert wegen möglicher Risiken für das Trinkwasser eine bundesweite Regelung für die Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. "Wir diskutieren das seit Monaten und Jahren. Aber die Koalition ist nicht in der Lage, eine Haltung hierzu zu entwickeln", sagte der SPD-Umweltpolitiker Frank Schwabe. Bundesumweltminister Norbert Röttgen von der CDU müsse rasch handeln.

Die Förderung von Gas aus tiefen Gesteinsschichten erfordert die sogenannte Fracking-Methode. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepresst, um das Gestein durch hohen Druck so aufzubrechen, dass das wertvolle Gas entweichen kann. Angesichts sinkender Reserven gilt die Methode als äußerst lukrativ. In dringt besonders der US-Konzern Exxon Mobil auf eine umfassende Ausbeutung der Vorkommen.

Auf 97.000 Quadratkilometern wird erkundet

Doch das Umweltbundesamt sieht dabei erhebliche Gefahren für das Grundwasser, weil einige der eingesetzten Stoffe krebserregend sein könnten. Trotzdem lagen die Flächen, auf denen in Deutschland der Untergrund nach nicht-konventionellen Erdgaslagerstätten erkundet werden darf, 2010 schon bei 97.000 Quadratkilometern - eine Fläche größer als Österreich.

"Die Menschen vor Ort haben große Sorgen", sagte Schwabe. Besonders im Norden und Westen werden große Schiefergasvorkommen vermutet. Es müsse ein Verbot für wassergefährdende Chemikalien geben.

Der Bundestag debattiert nun über Anträge von SPD und Grünen, die strenge Auflagen fordern, etwa ein Verbot der Förderung in Trinkwasserschutzgebieten. Die SPD hat eine namentliche Abstimmung eingefordert. Die Linke fordert ein komplettes Verbot der unkonventionellen Förderung. Union und FDP wollen die Anträge ablehnen.

Quelle: ntv.de, dpa