Politik

Rund zwei Jahre nach Absetzung Simbabwes Ex-Präsident Mugabe ist tot

Vom ehemaligen Freiheitskämpfer zum Diktator: Simbabwes früherer Staatschef Robert Mugabe ist tot. Er verstirbt im Alter von 95 Jahren. Der einstige Verbündete von Nelson Mandela war 2017 vom Militär abgesetzt worden.

Simbabwes Ex-Präsident Robert Mugabe ist gestorben. Der langjährige Machthaber starb im Alter von 95 Jahren, wie Staatschef Emmerson Mnangagwa mitteilte. Mnangagwa bestätigte entsprechende Berichte über Twitter.

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Die vergangenen Wochen hatte Mugabe zur medizinischen Behandlung in einem Krankenhaus in Singapur verbracht, nachdem sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert hatte. Er hatte das südafrikanische Land seit 1980 mit harter Hand regiert und war im November 2017 vom Militär abgesetzt worden. Mugabe trat in der Folge offiziell zurück, seine Partei Zanu-PF wandte sich von ihm ab. Im Jahr 2018 kam es erstmals seit Jahrzehnten zu halbwegs freien Wahlen.

Dabei galt Mugabe, als er 1980 überraschend die Parlamentswahl des neu gegründeten Staates gewann, noch als Hoffnungsträger - sowohl bei anderen afrikanischen Staaten als auch im Westen. Schließlich war der Übergang der ehemaligen britischen Kolonie von der Republik Rhodesien zur Republik Simbabwe vergleichsweise unblutig geschehen. Manchen galt der ehemalige Guerillakämpfer und Akademiker Mugabe, der lange in Haft gesessen hatte, sogar als Nelson Mandela seines Landes.

Mit dem bekanntesten Anti-Apartheidskämpfer Südafrikas verbanden Mugabe nicht nur historische Parallelen: Simbabwe war ein wichtiger Förderer der Befreiungsbewegungen in Südafrika und anderen afrikanischen Ländern.

Zehntausende Oppositionelle getötet

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Mugabe klammerte sich mit Gewalt an die Macht.

(Foto: dpa)

Er sorgte anfangs für etliche Verbesserungen: Die Lebenserwartung und Beschäftigung stiegen, Kindersterblichkeit und Mangelernährung gingen zurück. Simbabwe wurde eine der stärksten Volkswirtschaften des Kontinents. Übersehen wurde allerdings, dass Mugabe bereits damals hart gegen jegliche Opposition vorging - 20.000 Oppositionelle wurden von seinen Milizen ermordet.

Die Hoffnungen auf ein afrikanisches Musterland zerschlugen sich spätestens ab den 90er-Jahren. Mugabe baute auch auf internationalen Druck hin das Land um. Doch die verfehlten Privatisierungen, ein strenger Sparkurs und zunehmende Korruption unter Mugabes Anhängern ließen die Wirtschaft stagnieren, die Währung verfallen. Hinzu kam ein kostspieliges militärisches Eingreifen im Kongo und zunehmende Repressionen, etwa die systematische Verfolgung von Homosexuellen.

Gefälschte Wahlen, internationale Isolation

Auch die Landreform sorgte für scharfe Proteste im Westen. Eigentlich hatte sie zum Ziel, die 70 Prozent Ackerland, über die weiße Siedler verfügten, Schritt für Schritt an schwarze Farmarbeiter zu übertragen. Doch der schleppende Verlauf führte zu Protesten und einem Strategiewechsel: Fortan wurden weiße Bauern mit Gewalt enteignet und vertrieben.

Das Land ging vielfach an das Umfeld Mugabes, auch wenn dieses keine landwirtschaftliche Erfahrung hatte. Misswirtschaft und Dürre führten zu einer Nahrungsmittelknappheit und vielen arbeitslosen Landarbeitern. Auch Kredite aus dem Westen blieben aus. Der Niedergang war nicht mehr aufzuhalten.

Von der Macht aber konnte Mugabe nicht lassen. Während das Land im Chaos versank, setzte er auf Prunk und Peitsche. Die Opposition wurde unterdrückt, die Wahlen 2008 und 2013 galten als gefälscht. Einstige Förderer und Unterstützer im Ausland wandten sich von ihm ab, er wurde zunehmend isoliert.

Quelle: n-tv.de, shu/mli/dpa/rts

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