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Bayern BR-Bericht: Waffenbesitzer werden wenig kontrolliert

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München (dpa/lby) - Den mehr als 200.000 Inhabern von Waffenbesitzkarten im Freistaat sind im Jahr 2019 weit weniger Kontrollen der Waffenbehörden gegenübergestanden. Das geht aus einer Umfrage des Politikmagazins "Kontrovers" im Bayerischen Rundfunk (BR) unter bayerischen Kommunen hervor. Während der Corona-Pandemie ging die Zahl der Kontrollen demnach sogar noch weiter zurück.

In der BR-Umfrage hatten 89 der 96 bayerischen kreisfreien Städte und Landkreise geantwortet. Das Ergebnis: Bei 216.885 Waffenbesitzkarten im Freistaat gab es 2019 nur 9243 Kontrollen. Vergleichsweise viel wurde dem BR-Bericht zufolge in Bamberg, Nürnberg und im Landkreis Unterallgäu kontrolliert - keine einzige Kontrolle gab es dagegen in den Kreisen Aschaffenburg, Ansbach und Oberallgäu.

Im Pandemiejahr 2020 ging die Zahl der Kontrollen demnach sogar auf 4162 zurück. 21 Kommunen meldeten für das Jahr überhaupt keine Kontrollen mehr. In Bayern stellen die kreisfreien Städte und Landkreise die Waffenbehörden.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte dem BR gegenüber an, die Kontrollpraxis zu überprüfen und die Behörden darauf hinzuweisen, dass eine entsprechende Personalausstattung erfolgen müsse. "Ich glaube, dass jeder Landrat weiß, wie wichtig dieses Thema ist", sagte er.

Bereits im März hatte der Oberste Rechnungshof (ORH) den kommunalen Kreisverwaltungsbehörden mangelnde Kontrollen der Waffenbesitzer im Freistaat vorgeworfen. Das Waffenrecht werde nicht immer ausreichend vollzogen, das Personal sei im Umgang mit Waffen und Munition teils nicht sachkundig und die Aufbewahrung von Waffen werde nur unzureichend dokumentiert, bemängelte der ORH unter anderem.

© dpa-infocom, dpa:210728-99-584131/2

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