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Mecklenburg-Vorpommern Lange Straße in Rostock ist nun eine Fahrradstraße

Holger Matthäus (Bündnis 90/Die Grünen), Senator für Verkehr.

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild)

Das Miteinander von Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern gehört zu den schwierigen Problemen von Verkehrsplanern. Vielleicht ist die Lösung, die in Rostock mit der Langen Straße gefunden wurde, ein gangbarer Weg.

Rostock (dpa/mv) - Nach jahrelangen Diskussionen ist die Lange Straße in Rostock nun zu einer Fahrradstraße erklärt worden. "Das Tempo auf der Straße bestimmt der Radverkehr", sagte Umwelt- und Verkehrssenator Holger Matthäus (Grüne) am Montag. Wie schon bisher dürfen Autos, Motorräder und Fahrräder maximal 30 Kilometer pro Stunde fahren. Mit dem Zusatzschild "Anlieger frei" werde geregelt, dass nur Autos einfahren dürfen, die ein anliegendes Grundstück oder Geschäft besuchen. Der Test ist zunächst auf ein Jahr begrenzt. In der Straße fahren zudem auch Straßenbahnen.

Die Fahrradstraße in der Langen Straße sei ein wichtiger Meilenstein hin zur Fahrradstadt, sagte Matthäus. Er kündigte die weitere Einführung von Tempo 30 an wichtigen Radrouten an, an denen keine sicheren Angebote für Radfahrer existieren. Zudem würden weitere Fahrradstraßen eingerichtet. "Radfahren soll in Rostock sicherer und damit attraktiver werden." Auch Kindern und Senioren soll sicheres Radfahren ermöglicht werden.

"Ich freue mich, dass wir jetzt zusammen mit den Initiativen und Verbänden gemeinsam den Startschuss für das Pilotprojekt abgeben" sagte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos). Ziel sei es, dass am Ende des Versuchs die Rostocker öfter aufs Rad steigen und sich dabei sicherer im Straßenverkehr fühlen.

Zuvor hatten sich Kammern und Verbände in einem offenen Brief gegen die Umwandlung geäußert. Die Straße sei nicht nur eine Bummelmeile, sondern auch eine Besorgungsstraße und sei wichtig für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen. Auch die Probleme der Radfahrer würden nicht gelöst: Fahrzeuge folgten auch weiterhin dem Rad, dadurch würden sich die Radfahrer weiter bedrängt fühlen. "Die Konflikte zwischen Fahrrad- und Kfz-Verkehr werden eher geschürt statt aufgelöst", hieß es in dem Brief.

Quelle: dpa

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