Vom Fußballstar zur 400-Euro-Kraft

Galasek plant Trainer-Karriere

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Der tschechische Fußballer Tomas Galasek, hier bei einem Bundesligaspiel für Borussia Mönchengladbach, lässt seine Karriere beim Bayernligisten FSV Erlangen-Bruck ausklingen. (Foto: dpa)
16.11.2009 | 15:41 Uhr
Er ist angekommen in der Normalität ohne den großen Fußball. 36 Jahre ist er alt und kickt in der fünften Liga - eine Phase des Übergangs zwischen dem Spieler und dem Trainer Galasek.

Die Pfiffe der Zuschauer kann Tomas Galasek immer noch hören, den Schmerz spüren, die Enttäuschung fühlen. Es war das größte Spiel seiner Fußballerkarriere, das EM-Halbfinale 2004, Tschechien gegen Griechenland - und es ging verloren. Aber so besonnen wie er auf dem Karrierehöhepunkt seinen Frust wegsteckte, derart professionell ist der langjährige Bundesliga-Profi auch fünf Jahre später noch - obwohl der frühere Nürnberger und Gladbacher jetzt Amateur ist. Seit Oktober lässt der Tscheche seine Karriere beim Bayernligisten FSV Erlangen-Bruck ausklingen.

Tomas Galasek ist angekommen in der Normalität des Lebens, ohne den großen Fußball. 36 Jahre ist er alt, in Eckental 20 Kilometer hinter Nürnberg hat er mit der Familie sein Zuhause gefunden. Er kickt jetzt in der fünften Liga und verdient um die 400 Euro im Monat. Mal auch etwas mehr, das kommt auf den Erfolg an. Die Punktprämien des kleinen mittelfränkischen Clubs können das Ganze aufstocken; pro Sieg gibt es zusätzlich 40 Euro. Die vielen Studenten in Galaseks Mannschaft haben die auch bitter nötig; er selber kaum.

Phase des Übergangs

Galasek ist hier, um Spaß zu haben, dieses eine Jahr noch. Es ist die Phase des Übergangs zwischen dem Spieler und dem Trainer Galasek; jenem Job, dem er sich demnächst voll und ganz widmen will. "Da sehe ich meine Zukunft", sagt er. Ende November steht seine Aufnahmeprüfung zur Fußball-Lehrerausbildung im tschechischen Olmütz an. Besteht er sie, wartet ein zweijähriges Intensivprogramm. "Man kann nie genau sagen, was später einmal kommen wird", betont er, "aber im Trainerbereich sehe ich schon meine Zukunft."

Ein Star hat er nie sein wollen, die Zurückhaltung zeichnete ihn auf dem Platz aus, sie war sein Markenzeichen. Ein Führungsspieler in der Mittelfeldzentrale mit einer natürlichen Autorität, die nicht durch große Worte untermauert werden musste. Galasek absolvierte 69 Länderspiele für Tschechien, holte 2007 mit dem 1. FC Nürnberg den DFB-Pokal und spielte davor sechs Jahre lang für Ajax Amsterdam. Noch im Juni 2009 stand er bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga unter Vertrag. Der Klassenverbleib gelang, aber Galasek wollte trotzdem nicht bleiben, obwohl er gedurft hätte. "Sieben Stunden Busfahrt, fünfmal Training pro Woche - das brauche ich nicht mehr."

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Seine erste Partie für Erlangen war ein Pokalspiel, es kamen 150 Zuschauer, in erster Linie Rentner und Nachwuchskicker aus Ansbach, wo die Partie stattfand. Galasek war das nicht gewohnt, "aber es hat mir trotzdem nichts ausgemacht", sagt er. "Fußballspielen macht Spaß, ansonsten würde ich das nicht mehr machen." Erlangen gewann 3:2, inzwischen ist das Team seit sechs Spielen ungeschlagen. Auch Trainer Gerd Klaus ist erfreut: "Durch Tomas kam ein neuer Geist in die Mannschaft, die Jungs geben jetzt 10, 15 Prozent mehr Gas."

Verwendete Quellen: Michael Brehme, dpa