Der Deutsche Skiverband (DSV) hat Peter Rohwein unabhängig vom Abschneiden bei den nordischen Weltmeisterschaften eine Jobgarantie über die Saison hinaus gegeben und damit mögliche Diskussionen um die Zukunft des Skisprung-Bundestrainers im Keim erstickt. Zwei Tage vor Beginn der Titelkämpfe in Sapporo, bei denen die DSV-Springer eine Medaille anstreben, sprach die Verbandsführung dem 44 Jahre alten Allgäuer das uneingeschränkte Vertrauen aus.
"Ich halte ihn für einen guten Trainer, der in den nächsten Jahren seine Aufgaben lösen wird", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller. Für Rohwein spreche, dass er viel Fachwissen mitbringe, fundierte Konzepte erarbeite und diese mit Nachdruck umsetze. Noch wichtiger sei jedoch, dass der Coach vom gesamten Team anerkannt werde.
Rohwein war nach dem schwachen Saisonauftakt, mit dem schlechtesten Ergebnis bei der Vierschanzentournee seit 15 Jahren als Tiefpunkt, in die Kritik geraten. Diese war erst durch die zuletzt gezeigten Top-Leistungen von Michael Uhrmann, der mit drei Podestplätzen rechtzeitig vor der WM in die Weltspitze flog, verstummt. "Ich halte sehr viel von ihm und rechne weiter mit ihm. Er ist auf der Höhe", sagte Pfüller über die Arbeit des seit Oktober 2004 im Amt befindlichen Bundestrainers.
"Vielleicht noch zwei Jahre bluten"
Der habe mit der WM-Nominierung der Junioren Tobias Bogner (16) und Kevin Horlacher (17) sowie der Entscheidung, den Oberstdorfer Stützpunkttrainer Falko Krismayr ins Trainerteam zu holen, sowohl im sportlichen als auch im administrativen Bereich Mut zur Erneuerung bewiesen. "Da musste ein Mann her, der sich inhaltlich mit dem Bundestrainer auseinander setzt. Henry Glaß kann das schon von seinem Charakter her nicht", sagte Pfüller.
Der Sportdirektor hofft nun, dass Rohwein, Co-Bundestrainer Glaß und das gesamte Team bei der WM schon die Früchte ihrer Arbeit ernten. Unabhängig vom Ausgang bleibe jedoch viel Arbeit, weil das Nachwuchs-Problem längst noch nicht gelöst sei. "Wir haben zwar eine Mannschaft von 16- bis 18-Jährigen, wie wir sie lange nicht hatten. Da zeigt sich eine Kehrtwende. Das Problem ist aber deshalb noch vorhanden, weil die 20-bis 22-Jährigen fehlen. Da ist nichts da. Das haben wir in der Vergangenheit zu verantworten. Deshalb müssen wir vielleicht noch zwei Jahre bluten", sagte Pfüller.