Drama im Mehrkampf-Finale

Turn-Favoritin verpasst Medaillen-Coup für Afrika

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Die Aufholjagd bleibt ohne Erfolg. (Foto: picture alliance / ANP)
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23.10.2026 | 22:38 Uhr
US-Turnerin Skye Blakely ist die neue Mehrkampf-Königin. Favoritin Kaylia Nemour patzt und verpasst Historisches: Die 19-Jährige vergibt die erste WM-Medaille im Vierkampf für Afrika.

Skye Blakely hat bei den Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam Gold im Mehrkampf der Frauen gewonnen. Die 21-Jährige siegte im Vierkampf aus Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden mit 55,733 Punkten. In Abwesenheit der russischen Titelverteidigerin Angelina Melnikowa, die kein Visum zur Einreise in die Niederlande erhalten hatte, belegte deren Landsfrau Ljudmila Roschtschina mit 55,199 Zählern den zweiten Platz.

Dritte wurde Ke Qinqin aus China mit 55,032 Punkten. Als beste Deutsche hatte Lea Marie Quaas aus Chemnitz das Finale knapp verpasst und war Nachrückerin für den Fall, dass eine oder mehrere der Qualifizierten ausgefallen wären.

Trotz einer atemberaubenden Aufholjagd nach einem schweren Fehler zum Auftakt am Sprung kam die Qualifikationsbeste Kaylia Nemour mit 54,998 Punkten nur auf den vierten Platz. Damit verpasste die Algerierin wie im Vorjahr in Jakarta knapp das Podest und zugleich die erste Mehrkampf-Medaille für Afrika.

Auf fast schon tragische Weise verfehlte die 19 Jahre alte gebürtige Französin den Coup. Schon am ersten Gerät vergab sie alle Chancen. Statt ihres schwierigen Sprungs turnte sie wie bei einer Erwärmung nur eine leichte Übung ohne Schraube, weil sie das Sprungbrett nicht getroffen hatte. Nach der tadellosen Landung stand sie völlig konsterniert auf der Matte und war danach untröstlich.

"Riesigen Respekt"

Der Mangel an Schwierigkeit kostete die Stufenbarren-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin gegenüber der Qualifikation 1,4 Punkte. Nach zwei von vier Geräten lag Nemour trotz der besten Stufenbarren-Vorstellung nur auf Platz sechs. Am Ende fehlten 0,034 Punkte zu Bronze.

"Ich habe riesigen Respekt vor ihr. Sie ist wirklich eine extrem krasse und starke Athletin und ich finde es bewundernswert, was sie macht", sagte Stufenbarren-Europameisterin Helen Kevric über Nemour. Die 18 Jahre alte Stuttgarterin trifft an diesem Samstag im Finale an ihrem Paradegerät auf die Titelverteidigerin.

Die Algerierin war Beste der Qualifikation mit 14,933 Punkten, gefolgt von Kevric mit 14,766 Zählern. Zuletzt waren beiden bei den Olympischen Spielen im Stufenbarren-Finale aufeinandergetroffen - mit Gold für Nemour und Rang sechs für die damals 16-jährige Stuttgarterin.

Mit Nemour als Zugpferd hatte Algerien zudem erstmals bei einer WM am Mannschafts-Wettbewerb teilgenommen. Dies sei "schon unsere Medaille", sagte die Ausnahmeathletin. Rang 20 in der Qualifikation unter 24 Teams war ein Achtungserfolg für das Quintett.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/dpa