Diebstahl bei den Deutschen Meisterschaften: Triathlet Luis Rühl blieb in der Mixed-Staffel nichts anderes übrig, als 1,4 Kilometer barfuß zu rennen. Als er in die Wechselzone der Staffel nach dem Schwimmen und dem Radfahren im Kampf um den deutschen Meistertitel kam, waren seine Laufschuhe weg. Mehrere Sekunden suchte er verzweifelt - finden konnte der 20-Jährige sie aber nicht. Nachdem ihm sein Teamchef zugerufen hatte, dass er an der richtigen Position stehe, lief Rühl auf nackten Sohlen durch den Ortskern und entlang der Strandpromenade von Steinhude - 4:44 Minuten brauchte er für die knapp anderthalb Kilometer.
"Es war nicht so toll. Ich habe schon bessere Läufe gehabt. Das hat sich nicht so schnell angefühlt", sagte er danach. Das Podium verpasste er mit seiner Staffel von der DSW12 Darmstadt um 32 Sekunden als Vierte. Immerhin, große Probleme habe ihm das Barfußlaufen nicht bereitet, sagte er danach im ZDF: "Am Ende hab ich's schon ein bisschen gespürt, aber das hat man durch das ganze Adrenalin nicht so wahrgenommen."
Der Auslöser für das Missgeschick war schnell gefunden: Jayden Scott Koslick vom Team Triathlon Potsdam hatte versehentlich zu den falschen Schuhen gegriffen. Er hatte sich am Rad seiner Teamkollegin Laura Lindemann, Staffel-Olympiasiegerin von Paris, orientiert. Problem: Das Rad der Darmstädterin Carlotta Bülck, ist ebenfalls weiß und hatte nur ein Team weiter vorn gestanden. "Und dann waren da genau die gleichen Schuhe wie meine. Ich habe nur aufs Rad und auf die Schuhe geguckt und habe es übersehen", sagte Koslick.
Dazu kam: "Fabian Schönke aus Lüneburg ist so unglaublich gut und hart Rad gefahren, dass ich in die Wechselzone gekommen bin und ich nicht mehr ganz klar bei Sinnen war." Zudem lief es sich für Koslick mit den falschen Schuhen alles andere als optimal, da seine Füße wesentlich kleiner als die von Rühl sind.
Auch Koslicks Teamkollegin Johanna Uherek erlebte turbulente Momente. Die Nachricht von der Disqualifikation erreichte sie erst direkt beim Ausstieg aus dem Wasser. "Ich habe das Chaos vor dem Start ein bisschen mitbekommen, und da hieß es schon: vielleicht Zeitstrafe, vielleicht disqualifiziert. Deswegen bin ich noch mal ins Wasser gesprungen und habe gehofft, dass wir vielleicht nur eine Zeitstrafe bekommen", berichtete sie dem ZDF. "Als ich dann in die Wechselzone gekommen bin, hieß es schon, dass wir leider raus sind und so war es halt nur nochmal ein schnelles Schwimmen."
Ihrem Teamkollegen machte sie jedoch keinen Vorwurf: "Er ist natürlich sehr enttäuscht. Ja, er macht sich ein bisschen Vorwürfe, aber das ist die Renndynamik. Das kann passieren, wenn's so chaotisch ist, von daher: ist ärgerlich."
