Nikola Karabatic zu sein, ist manchmal gar nicht so einfach. Am Sonntag zum Beispiel. Der große Karabatic, hoch dekoriert in seinen 22 Profijahren, dreimaliger Olympiasieger, Welthandballer, mehrfacher Welt- und Europameister, hockte als einziger in Trainingsjacke auf seinem Stuhl und musste tatenlos zusehen, wie seine Franzosen in der Crunchtime ums olympische Überleben kämpften. Am Ende ging alles gut, Karabatic konnte durchpusten. Der Schlussakt seiner einzigartigen Karriere wurde noch einmal verlängert. Am Mittwoch (13.30 Uhr) kommt es nun vor 27.000 Zuschauern im Fußballstadion von Lille zum Viertelfinal-Showdown gegen Deutschland. Der Traum vom goldenen Abschied, einem Abschied, wie ihn kein Dramaturg dieser Welt besser inszenieren könnte, lebt.
Doch zur Wahrheit dieser französischen Heldengeschichte gehört auch, dass ein Schauspiel wie am Wochenende keine Ausnahme mehr darstellt. Karabatic besitzt im Spätherbst seiner beispiellosen Laufbahn noch immer unbestrittene Qualitäten - wenn es wie im letzten Vorrundenspiel gegen Ungarn aber um alles geht, sitzt der inzwischen 40 Jahre alte Weltstar nicht selten auf der Bank.
