Die ehemaligen Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger und Bastian Schweinsteiger haben als TV-Experten ihren Unmut über die eskalierte Diskussion über die "One Love"-Kapitänsbinde und den Weltverband FIFA kund getan. "Mittlerweile habe ich nur noch einen großen Hals auf die FIFA", sagte Hitzlsperger in der ARD und fügte hinzu: "Ich finde es unfassbar, was sie sich herausnehmen."
FIFA-Präsident Gianni Infantino wisse "ganz genau, dass Europa gespalten ist. Er nutzt es bis zum letzten Tag aus. Ich finde es unterirdisch, dass die FIFA so tut, als wäre sie ein wohltätiger Verband. Es ist eine so desolate, disfunktionale Organisation, dass ich mich darüber aufregen muss."
Der frühere Weltmeister Schweinsteiger sah eine "katastrophale Machtdemonstration" und fühlte vor allem mit seinen ehemaligen Kollegen mit. "Ich muss schon sagen: Das ist nicht die Schuld der Spieler. Sie wollten die Binde tragen. Das finde ich ein Unding, die FIFA hätte die Binde zulassen sollen und fertig."
Die frühere Nationalspielerin Tabea Kemme nahm aber auch den DFB in die Pflicht. "Es zeigt einfach, inwiefern wir Haltung zeigen", sagte sie: "Sobald es unangenehm wird, gehen wir einen Schritt zurück. Wir sind enttäuscht, aber es ist keine Überraschung. Wir wissen, wie das System funktioniert."
