Der Sport-Tag

Ende des Kartons: Erstes Land führt virtuelle Gelbe und Rote Karte ein

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17.10.2026 | 11:38 Uhr

Der zum Standard-Repertoire deutscher Politiker verkommene Satz "Wir brauchen mehr Digitalisierung" ist womöglich bis nach Uruguay rübergeschwappt. Dort hat der nationale Fußball-Verband AUF nun jedenfalls die Gelbe und Rote Karte digitalisiert und den Nostalgikern des Spiels einen schweren Schlag versetzt. Beim Pokalspiel zwischen Nacional und Rentistas (3:0) zog Schiedsrichter Eduardo Varela nicht mehr den klassischen Karton aus der Trikottasche, sondern ein kleines Tablet, das wahlweise Gelb oder Rot leuchtet und Verwarnungen respektive Platzverweise anzeigt. Juan Pablo Plada von Rentistas sah nach zwölf Minuten die erste virtuelle Gelbe.

Die AUF setzt das System zunächst aber nur testweise und noch nicht flächendeckend ein. Bei Auswechslungen sind digitale Tafeln seit Jahrzehnten Usus, sie lösten die analogen Schilder mit den Nummern ab. In Uruguay steckt aber noch mehr hinter dem Bemühen nach Digitalisierung. Das Karten-Tablet ist mit einem System der AUF verbunden, wodurch der Schiri unmittelbar Verwarnungen, Platzverweise, Auswechslungen, Strafstöße und weitere Spielereignisse erfassen kann. Die Daten werden automatisch übertragen, sodass der Unparteiische sie nicht mehr zunächst auf Papier notieren und später in den Spielbericht übertragen muss. Perspektivisch sollen die Daten auch an Medien weitergegeben werden.

Kritiker monierten, der virtuelle Karton sei bei dem Abendspiel besonders aus größerer Entfernung schlecht erkennbar gewesen.

Verwendete Quelle: ntv.de