Der Sport-TagFalsch abgebogen: Chaos-Rennen katapultiert Deutsche aufs Podest
Die deutsche Radsport-Meisterin Franziska Koch ist beim chaotischen Schotter-Spektakel Strade Bianche überraschend auf Platz drei gefahren. Die 25-Jährige profitierte nicht nur von ihrem starken Finish auf der Piazza del Campo von Siena, sondern auch von einer falsch geleiteten Favoritengruppe. Nach 133 Kilometern siegte die Schweizerin Elise Chabbey vor der früheren Tour-Siegerin Kasia Niewiadoma aus Polen.
Koch war Bestandteil einer Spitzengruppe, die möglicherweise chancenlos gewesen wäre. Etwa 32 Kilometer vor dem Ziel war die dahinterliegende Favoritengruppe mit Tour-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot aus Frankreich und der Niederländerin Demi Vollering weniger als eine Minute zurück, als das davor fahrende Begleitmotorrad falsch abbog. Die Fahrerinnen realisierten das Missgeschick aber erst nach wenigen Hundert Metern und drehten um. "Wir wussten, wir kommen nicht mehr zurück", meinte Vollering, die Teamkollegin von Koch und Siegerin Chabbey ist. Koch und die anderen in der Spitzengruppe profitierten davon natürlich. Am steilen Schlussanstieg zur Piazza war Koch zunächst abgehängt, hatte als Vierte einige Meter Rückstand. Doch durch eine hervorragende Fahrlinie zwängte sie sich noch an der italienischen Meisterin Elisa Longo Borghini vorbei und feierte ein unerwartetes Podium.